Bereits der Festivalfreitag beim diesjährigen Vainstream Festival konnte mit vollem Erfolg in der Parkwaves Edition starten und hatte Auftritte von unter anderem Bury Tomorrow, Sondaschule, The Hives und natürlich Parkway Drive zu bieten. Am Samstag startete das Programm dann nochmal früher, bereits ab 11 Uhr, mit unter anderem Get The Shot und Blackout Problems, erst gegen Mittag wird es dann langsam voller auf dem Gelände. Dementsprechend können auch Counterparts schon vor ansehnlichem Publikum ihre Show spielen, Frontmann Brendan Murphy versucht währenddessen vor allem die knallende Sonne zu vermeiden.
Weitaus begeisterter über die – wie so ziemlich jedes Jahr – herrschenden 30 Grad zeigt sich da Ben Barlow mit seiner Band Neck Deep. Die Briten haben erst Anfang des Jahres ihr neues Album veröffentlicht, aus dem sie auch beim Vainstream einiges zum Besten geben, besonders (un-)passend ist da natürlich «December» auf der Setlist. Klar, der Klassiker der Pop-Punks darf auf keiner guten Setlist fehlen und bei den Temperaturen hat sich der ein oder andere zwischenzeitlich auch sicherlich in kühlere Gefilde gewünscht. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Auch wenn die Band mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte, hatten alle Anwesenden ordentlich Spaß.
Ähnlich gute Laune ließ sich auch ab 14:30Uhr vor der Morecore-Stage finden, auf der Movements auftreten. Die Post-Hardcore-Band spielt vor eher weniger Menschen, viele genossen vor der Bühne lieber die Schattenplätze, aber die Anwesenden zeigten sich von ihrer besten Seite und lassen den Emo wieder aufleben. Ähnlich geht es wenig später auch bei Boston Manor auf der gleichen Bühne weiter. Das Publikum zeigt sich hier selbst bei den neuesten Songs der Band erstaunlich textsicher und voller Vorfreude auf das neue Album der Briten, das im September erscheinen wird.
Als heimlicher Headliner des Abends dürfen sich, kaum verwunderlich, Enter Shikari kühren. Wieder einmal mit fantastischer Bühnenshow ausgestattet, überträgt die Band, insbesondere Frontmann Rou Reynolds, seine gesamte Energie auf das Publikum, das sich vor Moshpits und Crowdsurfer*innen kaum retten kann. Kurzum schmeißt sich Reynolds zu «Bloodshot» dann auch selbst in die Menge. Neben der Best-of-Setlist darf auch ein Feature mit Wargasm zum großen Finale natürlich nicht fehlen.
Direkt im Anschluss geht es mit einem Heimspiel für die Donots weiter. Mittlerweile haben sich auch die Letzten auf dem Gelände eingefunden, dementsprechend ist der Platz auch ordentlich gefüllt. Nach dem positiv gestimmten Opener «Das ist der Weltuntergang» fällt der Vorhang dann auch schnell und die Ibbenbürener reißen ein weiteres Mal die Überreste des Hawerkamps nieder. Nachdem Frontmann Ingo im letzten Jahr auf einem Fahrrad Crowdsurfen war, werden dieses Mal noch größere Geschütze aufgefahren und gleich ein ganzes Dixi-Klo in die Mitte des Moshpits befördert und die Menge dazu aufgefordert, einen Circle-Pit außenrum zu starten. Mit Erfolg, wie sich versteht. Dazwischen darf, den Temperaturen angepasst, natürlich ordentlich Glühgin, von den bandeigenen Praktikant*innen angerührt, nicht fehlen, bevor auch hier um 21:15Uhr bereits Schluss ist.
Die unheimlichen Wolkenformationen am Himmel über den Donots verheißen schon nichts gutes und die Skepsis soll sich bestätigen: Der Auftritt der Dropkick Murphys als abschließendes Highlight des Festivals muss aufgrund des aufziehenden Gewitters abgebrochen werden. Die Veranstalter*innen ziehen aber dennoch eine positive Bilanz und kündigen bereits die nächste Ausgabe des Vainstream Festivals an. 2025 findet das Festival erneut an zwei Tagen, am 27. und 28. Juni, wie gewohnt am Hawerkamp statt. Tickets sind bereits im Vorverkauf erhältlich.


