Am 2. September 2026 war Drangsal zum Auftakt seiner „10 Jahre Harieschaim“-Tour im Kulturzentrum Faust in Hannover zu Gast. Die Faust war so gut wie ausverkauft und schon vor Beginn hat man gemerkt, dass alle richtig Bock auf den Abend hatten.
Bevor Max Gruber als Drangsal auf die Bühne kam, sorgten „Die Mausis“ für den passenden Einstieg. Wer es nicht weiß: Max Gruber, also Drangsal selbst, ist Teil der Band und war damit kurzerhand sein eigener Voract – so etwas hatten wir bisher auch noch nicht erlebt.
Natürlich durfte dabei auch ein kleiner Spaß nicht fehlen: Der als Maus verkleidete Max Gruber bedankte sich bei sich selbst dafür, dass „Die Mausis“ heute als Voract bei Drangsal spielen durften. Ziemlich absurd, aber genau das machte den Auftritt so lustig und besonders.


Ein besonderer Moment des Abends war eine kleine „Sprechstunde“ über Ängste zusammen mit den Mausis. Max Gruber erzählte zunächst ganz offen, dass er Angst davor hat, dass man irgendwann seine Existenz vergisst. Vielleicht sei genau das auch ein Grund dafür, warum er überhaupt Musik macht. Anschließend durften weitere Zuschauer von ihren eigenen Ängsten erzählen. Dadurch entstand ein wirklich schöner und ungewohnt inniger Moment, bei dem das Publikum für einen kurzen Augenblick ganz nah mit Max Gruber und untereinander verbunden war.
Die Stimmung bei „Die Mausis“ war sehr angenehm. Es war jetzt nicht unbedingt Musik zum kompletten Abgehen, aber trotzdem hat es richtig gut gepasst und war ein super Einstieg in den Abend.
Nach einer kurzen Umbauphase ging es dann endlich mit Drangsal weiter. Die Stimmung in der Faust war weiterhin gut und man merkte, dass das Publikum jetzt so richtig Bock hat.
Die Setlist führte einmal quer durch Drangsals bisherige Musik und bot dadurch eine abwechslungsreiche Mischung aus verschiedenen Songs. Zu den Highlights des Abends gehörten unter anderem „Turmbau zu Babel“ und „Urlaub von mir“. Gerade live kamen die Songs besonders gut zur Geltung und sorgten für ordentlich Stimmung in der Faust.



Das Bühnenbild war dabei eher schlicht und ehrlich gesagt auch ein bisschen langweilig. Große Effekte oder ein besonders aufwendiges Set gab es nicht. Dem Auftritt selbst hat das aber überhaupt nicht geschadet, da die Musik und die Performance von Drangsal & Band auch ohne großes Bühnenbild funktioniert haben.
Drangsal hat an diesem Abend absolut überzeugt. Seine Stimme klingt live wirklich stark. Dazu kommt, dass Max Gruber einfach maximal sympathisch rüberkommt. Zwischen den Songs gab es immer wieder lockere Momente und Sprüche, wodurch der Auftritt sehr persönlich und entspannt wirkte.
Insgesamt war das Konzert ein rundum gelungener Abend. Die lockere Atmosphäre, die abwechslungsreiche Setlist und der etwas ungewöhnliche Voract machten den Auftritt zu einem besonderen Konzertabend. Drangsal zeigte dabei einmal mehr, dass seine Musik auch live richtig gut funktioniert.


