Bremen, 21. August 2026. Nina Chuba hat auf der Bürgerweide gezeigt, warum sie längst mehr ist als die Sängerin eines einzelnen Sommerhits. Mit einer knapp zweistündigen Open-Air-Show, einem Set zwischen Pop, Rap und elektronischen Sounds, prominenter Unterstützung und einer aufwendigen Licht- und Pyroproduktion verwandelte sie Bremens große Freiluftfläche in einen einzigen, textsicheren Chor.
Schon Stunden vor dem eigentlichen Auftritt lag über der Bürgerweide diese besondere Mischung aus Vorfreude, Sommerabend und kontrolliertem Chaos. Die „Sommershows 2026“ gehören zu Nina Chubas bisher größten Open-Air-Konzerten, und Bremen war am Freitag, 21. August, eine von mehreren Stationen der Tour. Als Support war Jolle angekündigt, bevor Nina Chuba selbst die Bühne übernahm.
Vom Warm-up zur ersten großen Explosion
Noch bevor der Hauptact die Bühne betrat, wurde deutlich, dass dieser Abend nicht auf einen nüchternen Konzertbeginn hinauslaufen würde. Interaktionen auf den Leinwänden, darunter eine Hug-&-Kiss-Cam, hielten das Publikum beschäftigt und sorgten dafür, dass die Wartezeit Teil der Inszenierung wurde. Die Spannung stieg sichtbar, bis Nina Chuba schließlich gegen 20 Uhr auf die Bühne kam.
Der Auftakt mit „NINA“ setzte sofort ein klares Zeichen. Kein vorsichtiges Herantasten, keine lange Begrüßung, kein langsames Aufbauen: Die Show startete mit Energie und hielt dieses Niveau über weite Strecken. Bereits früh folgten mit „Mangos mit Chili“, „Wildberry Lillet“, „Jeeep“, „Malediven“ und „Kilimanjaro“ Songs, die unterschiedliche Seiten ihres Repertoires zusammenbrachten.
Gerade darin liegt inzwischen eine der größten Stärken von Nina Chuba: Ihre Konzerte funktionieren nicht über ein einziges Genre. Pop-Hooks treffen auf Rap-Attitüde, melancholische Momente auf maximale Mitsingbarkeit. Das Publikum auf der Bürgerweide bekam deshalb keine bloße Aneinanderreihung von Streaming-Erfolgen, sondern ein Set, das bewusst mit Tempo, Stimmung und musikalischen Kontrasten spielte.

Die Bürgerweide singt mit
Spätestens bei „Wildberry Lillet“ wurde die Rollenverteilung endgültig aufgehoben. Nina Chuba stand zwar auf der Bühne, doch die Refrains gehörten an diesem Abend mindestens genauso sehr dem Publikum. Vor der Bühne wurde getanzt, mitgesungen und jeder bekannte Song wie ein persönlicher Lieblingsmoment gefeiert.
Dass ihre Musik längst mehrere Phasen ihrer Karriere abdeckt, zeigte auch die Setlist. Neben Songs aus dem Album Glas standen zahlreiche Titel aus Ich lieb mich, ich lieb mich nicht auf dem Programm. Insgesamt umfasste die Bremer Show mehr als 20 Songs plus Zugabe und dauerte nach dokumentierten Setzeiten von etwa 20 bis 21:50 Uhr.
Besonders interessant war dabei die Dramaturgie des Abends. Auf energetische Nummern folgten immer wieder ruhigere oder emotionalere Passagen. Songs wie „Wenn das Liebe ist“, „Nicht allein“, „Unsicher“, „Fliegen“ und „Fata Morgana“ gaben der Show zwischendurch mehr Tiefe. Nina Chuba gelang es damit, den riesigen Open-Air-Rahmen nicht nur als Kulisse für maximale Lautstärke zu nutzen.
Überraschungsgast und Gänsehautmomente
Zu den besonderen Momenten des Abends gehörte badmómzjay, die bei „Gefährlich“ gemeinsam mit Nina Chuba auftrat. Später kehrte sie für „Ich hass dich“ zurück. Gerade solche Gastauftritte sorgen bei einer ohnehin groß angelegten Show für jene kurzen Momente, in denen aus einem Konzert ein Ereignis wird.
Im weiteren Verlauf zog Nina Chuba das Tempo wieder deutlich an. „Fucked Up“, „Rage Girl“, „3 Uhr Nachts“, „Überdosis“, „Nimm mich mit“, „Tinnitus“, „Glatteis“ und „Waldbrand“ hielten die Energie hoch, bevor „Fahr zur Hölle“ den regulären Teil des Konzerts abschloss. Die Setlist wirkte dabei wie eine Reise durch die unterschiedlichen musikalischen Identitäten der Künstlerin: mal verletzlich, mal trotzig, mal ironisch und dann wieder ganz bewusst auf Eskalation ausgerichtet.

Mehr als nur ein Hit
Nina Chuba hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der prägendsten Stimmen des deutschsprachigen Pop entwickelt. Dass der Erfolg von „Wildberry Lillet“ längst nicht das gesamte künstlerische Profil beschreibt, wurde in Bremen besonders deutlich. Ihre Songs können große Popgesten ebenso wie intime Unsicherheit, können Humor ebenso wie Wut.
Genau diese Vielseitigkeit funktionierte auf der Bürgerweide erstaunlich gut. Wo bei anderen Acts die Größe einer Open-Air-Bühne schnell zu Distanz führen kann, setzte Nina Chuba auf Bewegung, Dynamik und den permanenten Austausch mit dem Publikum. Die große Produktion blieb dabei nicht bloß Dekoration: Licht, Feuer und Pyrotechnik verstärkten die jeweiligen Stimmungen und machten aus vielen Songs visuelle Höhepunkte. Auch andere Konzertberichte vom Abend hoben insbesondere die Licht- und Pyroeffekte sowie die durchgehend ausgelassene Stimmung hervor.
Ein Finale für den Sommer
Natürlich ließ Nina Chuba das Bremer Publikum nicht ohne Zugabe nach Hause gehen. Mit „Ich hass dich“, „So lange her“ und einer abschließenden Tape-Version von „Ich liebe das Leben“ ging die Show zu Ende. Nach rund 1 Stunde und 50 Minuten blieb eine Bürgerweide zurück, die für einen Abend weit mehr war als ein Veranstaltungsgelände: Sie war Tanzfläche, Chorraum und Kulisse für eine der größten Popshows des Bremer Open-Air-Sommers.
Am Ende war dieser Abend vor allem ein Beweis dafür, wie weit Nina Chuba inzwischen gekommen ist. Von der Künstlerin, die mit einem übergroßen Sommerhit den Durchbruch schaffte, hat sie sich zu einem Live-Act entwickelt, der eine große Open-Air-Fläche über fast zwei Stunden tragen kann. Die Songs sind vielfältiger geworden, die Produktion größer, die Fanbasis hörbar gewachsen.
Die Bürgerweide bekam an diesem Freitag genau das, was ein guter Sommerabend im Konzertformat braucht: bekannte Hits, Überraschungen, Feuer, große Refrains und ein Publikum, das bis zum Schluss keine Anstalten machte, leiser zu werden.
Fazit: Nina Chuba lieferte in Bremen keine bloße Hitparade, sondern eine durchinszenierte und dennoch lebendig wirkende Popshow. Zwischen Pyro, emotionalen Songs und kollektiver Euphorie zeigte sie auf der Bürgerweide, dass sie inzwischen auch die ganz großen Bühnen souverän beherrscht.

Setlist – Nina Chuba, Bürgerweide Bremen, 21. August 2026
- NINA
- Mangos mit Chili
- Wildberry Lillet
- Jeeep
- Malediven
- Kilimanjaro
- Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen
- Gefährlich (mit badmómzjay)
- Wenn das Liebe ist
- Nicht allein
- ILMILMN (Skit)
- Unsicher
- Fliegen
- Fata Morgana
- Fucked Up
- Rage Girl
- 3 Uhr Nachts
- Überdosis
- Nimm mich mit
- Tinnitus
- Glatteis
- Waldbrand
- Fahr zur Hölle
Zugabe:
- Ich hass dich (mit badmómzjay)
- So lange her
- Ich liebe das Leben


