Ein letztes mal Träumten Blond in der Kulturbrauerei Berlin von Liebe. Am Donnerstag dem 13.08.2026 spielte die Band aus Chemnitz ihr Zweites eigenes Open Air Konzert was sogleich auch die Letzte Show des Laufenden Album Zyklus war. Es war würdiger abschluss für diese Ära die Blond in immer Größere venues mit immer Größeren und Lauteren Crowds gebracht hat.
Ein Strammes Programm an Supports
Nach einem relativ frühen Einlass ging es dann kurz vor 19:00 mit YungFSK18 los. Die Leipziger Rapperin brachte die Crowd gut in Stimmung mit viel Energie und Charakter. Sobald sie nach nur knappen 15 Minuten die Bühne verließ, gab es den wahrscheinlich schnellsten Changeover in der Berliner Stadtgeschichte, gut eine Minute später stand Sarah4k auf der Bühne und machte nahtlos mit mindestens genauso viel Energie weiter. Auch sie kam bei der Berliner Crowd durchaus gut an und konnte mit einer starken Performance begeistern.
Nachdem sie ihr auch relativ strammes Set von ungefähr 20 Minuten gespielt hatte, gab es wieder kaum eine Minute Pause, bevor mit Mariybu der dritte und letzte Support die Bühne betrat. Hier war deutlich merkbar, dass sie der Crowd auch schon vorher ein Begriff war. Es gab erste Moshpits, bei Songs wie „Nicht alle Männer“ oder „Kein Ponyhof“ war ein Großteil des Publikums textsicher und brachte eine tolle Stimmung zustande. Auch Mariybus Set war dann aber nach knappen 20 Minuten vorbei, etwas schade, aber wahrscheinlich dem Fakt geschuldet, dass die Bühne inmitten eines Wohnblocks steht, wodurch es eine klare Deadline von 22:00 gab. Die schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Acts waren insgesamt eine erfrischende und tolle Idee, um das Ganze energiereich und fließend zu halten. Jedoch war es wirklich etwas schade, da alle drei auch gerne 5–10 Minuten länger hätten spielen dürfen.
Die Formation Blond betritt die Bühne
Kurz nach acht ist es dann soweit, Blond betreten die Bühne und starten ihr Set mit „16 Jahr, blondes Haar“, eine durchaus spannende Songwahl, da es zwar einer der energiereichsten Songs des Albums ist, aber auch eine ziemlich schwere und ernste textliche Ebene mit sich bringt. Ab Sekunde eins ist auch klar, dass auf dem für das Open Air ausgekippten Sandboden kein einziges Sandkorn am gleichen Fleck bleibt, Moshpits gibt es bei fast jedem Song und auch die generelle Energie der Crowd muss sich vor keiner anderen Show verstecken.
Nach einigen Songs kommt dann die erste von vielen kurzen Pausen im energiereichen Set, in der die mitgebrachten Schilder der Crowd durchgelesen werden. Es ist inzwischen absolute Tradition, dass bei Blond-Konzerten überdurchschnittlich viele Schilder mitgebracht werden, von denen die besten dann vorgelesen und gewürdigt werden. Ein Highlight hierbei: ein „blondifiziertes“ Marlboro-Kamel.

Zur Mitte des Sets wird dann der Bassist Johann als Einleitung des Songs „Bare Minimum“ von der kompletten Crowd, inklusive einiger aus Fenstern zuschauender Anwohner, gehuldigt und angehimmelt. Das Ganze ist eine durchaus passende Einleitung zum Song, in dem Johann das erste Mal im Set die Hauptvocals übernimmt und humorvoll darüber singt, wie einfach es ist, im Vergleich mit heutigen Männern gut anzukommen, weil die Messlatte durch das Verhalten so vieler Männer inzwischen in den Keller gerutscht ist.
Anschließend kommt der erste Teil des Sets, in dem das Basssystem der Boxen richtig auf die Probe gestellt wird. Mit „Oberkörperfrei“ zeigen Blond, wie vielseitig sie sein können. Mit einem Mix aus Deutschrap und einem EDM-Track, der vor allem in Johanns Part an K.I.Z und ähnliche Größen erinnert, geht die Stimmung das erste Mal komplett steil.
Nachdem mit dem nostalgischen Song „Fliederbusch“ ein direkter Kontrast gesetzt wurde, gab es eine kleine Akustik-Einlage auf einem eigens für die Show geschnitzten riesigen Schwan aus Holz, inklusive einer Flöten-Performance mit Pyro-Show (eine einzelne Wunderkerze). Das Ganze bricht das Set wunderbar auf und sorgt für eine Verschnaufpause, bevor es danach direkt mit einem Mashup von „Thorsten“ und „Spinaci“ weitergeht, welches die Crowd wieder auf 110 % befördert.
Ein letztes Highlight haben Blond noch im Petto, während des vorletzten Songs des Sets „Männer“ gibt es gleich fünf Gäste (Emma Rose, Future Bae, YungFSK18, Mariybu und Domiziana), die nach und nach auf die Bühne kommen und jeweils einen eigenen Verse beisteuern und damit die Message des Songs unterstreichen. Auch diesen Sommer hat es auf Festival-Lineups wortwörtlich Männer geregnet, da kaum ein Festival unter 70 % rein männliche Acts gebucht hat. Mit „Girl Boss Go“ wird der Abend dann ein letztes Mal mit Crowdsurfern, Moshpits und allem, was dazugehört, beendet. Kurz bevor sie die Bühne verlassen, kündigen Blond dann auch noch direkt an, dass bald ein zur Show passendes Live-Album veröffentlicht wird, ein schönes Detail für alle, die diese Show auch zu Hause noch einmal nacherleben wollen!


