Sie gehören zu den wohl fleißigsten Zahnrädern im Getriebe der Szene, machen auf Wunsch jeden Club unsicher und beweisen durch Taten, dass DIY-Management und aktives/positives Networking entscheidende Erfolgsfaktoren sind. LEYKA zeigten in den letzten drei Jahren eine Präsenz im Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus, bei der selbst alteingesessene Acts staunen. Und auch das vierte Jahr in Folge verspricht nicht weniger aktiv zu werden. Wir haben die ruhigen Wintertage kurz vor Jahresende genutzt, um zu schauen, wie das aktuelle Uhrwerk tickt, und einen ersten Ausblick auf 2026 zu erhaschen. Alle weiteren Details im Interview.
moshed.net:
Moin Jungs! Ihr habt seit 2022 ein Tempo vorgelegt, bei dem manch anderer Band schwindelig wird. Zwei EPs, etliche Shows und ein stetig wachsender Hype. Wie fühlt sich der „Ritt“ bisher an – seid ihr mental schon im Jahr 2025 angekommen bzw. Ready für 2026?
LEYKA:
Gedanklich ist 2025 gefühlt schon seit zwei, drei Monaten abgeschlossen. Wir haben schon vor einiger Zeit mit dem Booking für 2026 angefangen und auch Pläne für das neue Jahr geschmiedet. Da wird neben der Tour im Frühjahr eine Menge passieren! Das Jahr 2025 war aber auch wieder total vollgepackt. 27 Shows, mehrere Singles und dann noch zur Jahresmitte ein Memberwechsel. Es wurde nicht langweilig. Aber umso schöner, dass wir das Boot im ruhigen Fahrwasser halten konnten und 2026 einfach nahtlos anknüpfen können!
moshed.net:
Eure aktuelle Single The Shelter thematisiert Selbstfürsorge und mentale Gesundheit. Wie wichtig ist es euch, als Metalcore-Band nicht nur „draufzuhauen“, sondern auch solche verletzlichen und gesellschaftlich relevanten Themen in den Fokus zu rücken?
LEYKA:
In unseren Texten geht es in aller Regel um Mental-Health, Politik oder die Gesellschaft. Das bilden auch die letzten drei Singles ganz gut ab, wo wir über den aktuellen politischen Diskurs, über Depression und zuletzt über Selbstfürsorge schreiben. Tom und bis zuletzt Phil versuchen in den Texten das abzubilden, was sie beschäftigt. Ich glaube, dass uns schon auszeichnet, dass wir “den Finger auch mal in die Wunde legen” und auch unbequeme Themen ansprechen. Das ist wichtig, auch um den Diskurs auf diese Themen zu lenken.
moshed.net:
Von Requiem zu Resurrection und den neuen Singles: Man hört eine krasse Entwicklung in Richtung mehr Atmosphäre und technischer Finesse. Wo wollt ihr klanglich noch hin?
LEYKA:
Als Band versuchen wir natürlich, mit jedem Studiobesuch einen Fortschritt abzubilden. Sei es im Songwriting, in der Produktion oder auch in der Promo. Wir arbeiten im Background wirklich enorm viel und versuchen uns immer besser aufzustellen. Wir sind natürlich auch aktuell wieder an neuen Songs dran. Mit Pavlos ist nicht nur ein neuer Gitarrist und Cleansänger in die Band gekommen, sondern auch ein verdammt guter Songwriter. Das wird sich in den nächsten Releases auch direkt zeigen. Ich glaube, dass wir dadurch auch nochmal ein bisschen variabler werden und noch mehr Elemente in unserem Songwriting-Werkzeugkasten haben. Da gibt’s 2026 einiges auf die Ohren, versprochen!
moshed.net:
Ihr mixt klassischen Metalcore mit Deathcore-Elementen und sehr cleanen, fast schon poppigen Hooks. Wie sieht euer Songwriting-Prozess aus? Wer ist bei euch der „Härte-Beauftragte“ und wer sorgt für die Melodien? Was kommt zuerst?
LEYKA:
Das ist super schwer zu sagen. Das ist vor allem abhängig vom Song. Generell schreiben die Gitarristen den Grundriss vom Song und dann wird das Ganze ausgearbeitet. Meistens hat einer von beiden dann den Hut auf und ist für den Großteil des Songs zuständig und man feilt dann gemeinsam an den Kleinigkeiten. Das Ziel bei LEYKA war und ist aber, dass wir einen klaren Kontrast zwischen Härte und Melodie haben möchten. Das wird auch in Zukunft so sein. Die Schere geht bei manchen Songs noch etwas krasser auseinander, aber die Songs sollen catchy bleiben, aber dennoch ihre harten Elemente behalten. Man kann aber mittlerweile sagen, dass wir ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt haben, welche Momente wir bewusst einbauen, um einen gewissen Effekt zu erzielen. Das kommt mit der Erfahrung, gerade durch die ganzen Liveauftritte!
moshed.net:
Ihr habt schon mit Schwergewichten wie Of Virtue oder Born From Pain die Bühne geteilt. Was war der wichtigste Move, den ihr euch von den „Großen“ abgeschaut habt? Was steht noch auf eurer BucketList?
LEYKA:
Wir hatten relativ früh ein Gespräch mit David Friedrich (ehemals Electric Callboy) auf einem Contest, super Typ, der uns klar gemacht hat, dass wir das Publikum auch wirklich animieren müssen und klar machen müssen, was wir vor der Bühne sehen wollen. Das Publikum zu steuern und bewusst gewisse Dinge in die Sets einzubauen (Stichwort: Circle Pit, Wall-Of-Death etc.) ist das A&O. Man sollte wissen, welche Songs welchen Effekt haben und was gut reinpasst. Allgemein kann man sich immer was abschauen und nicht nur von den großen Bands. Ich finde die Szene ist gerade mit extrem viel Talent gesegnet und einige Bands fliegen krass unter dem Radar. Da gibt’s viel zu entdecken. Die Bucketlist ist ewig lang, aber ich denke ganz oben stehen drei Dinge:
– Album
– Major Festival spielen (z.B. Summerbreeze)
– Toursupport für eine große Band
moshed.net:
Mainz und das Rhein-Main-Gebiet sind eure Homebase. Wie nehmt ihr die aktuelle lokale Szene wahr? Ist es schwer, sich als junge Band heutzutage Gehör zu verschaffen, oder spürt ihr einen neuen Zusammenhalt?
LEYKA:
Ich glaube fest daran, dass man erntet, was man sät. Wir haben uns, gerade im Rhein-Main-Gebiet, in den letzten drei Jahren in die Szene gedrängt und etabliert. Mit vielen Konzerten, auch als Veranstalter. Wir haben unser Festival “Dystopia” und unseren Year’s End Bash als Veranstaltung etabliert und beides ausverkauft. Im Rhein-Main-Gebiet hat man glücklicherweise eine Vielzahl an Venues, die auch noch halbwegs bezahlbar sind für kleine Künstler und einen enormen Einzugskreis. Mainz, Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt. Das ist schon eine super Chance und fast vergleichbar mit dem Ruhrpott. Dazu ist man auch recht zügig in anderen Ballungszentren. Die Chancen sind also erstmal super. Ich persönlich habe das Gefühl, dass die Szene gerade richtig am wachsen ist, da wir auch wirklich einige starke Bands am Start haben, die einen ähnlichen Spirit an den Tag legen und wirklich was für die Musikszene tun. Das tut allen gut. Generell sind wir Fans davon, mit anderen Bands zu connecten und gemeinsam was auf die Beine zu stellen, denn gemeinsam hat man die Möglichkeit, die Szene weiter wachsen zu lassen und Fankreise zusammenzubringen. Wir kriegen auch oft das Feedback, dass es bei unseren Konzerten sehr freundschaftlich zugeht, da sind wir besonders stolz drauf.
moshed.net:
Hand aufs Herz: Was war euer bisher absurdester Moment auf Tour oder im Backstage? Wir haben gehört, es gab da mal eine Show nachts um 1 vor zehn müden Leuten…
LEYKA:
Vom absurdesten Moment darf ich, glaube ich, öffentlich nicht berichten… aber sagen wir es mal so: Es passieren schon verrückte Sachen. Falls wir aber über dieselbe Show sprechen, dann war das in der Tat gefühlt mitten in der Nacht, nachdem der Technik drei Verstärker durchgebrannt sind, mehr als die Hälfte gegangen war, weil der letzte Zug gefahren ist und der Rest aus fünf Freunden, dem Personal und einer betrunkenen Person bestand, die kurz vor dem Intro noch ein Glas vor der Bühne zerschlagen hat. Ich glaube, ich war nicht der einzige, der kurz davor war, die Gitarre abzustellen und einfach heimzugehen. Aber hey, da muss man am Anfang durch und wir hatten glücklicherweise deutlich schönere Erlebnisse in den letzten Monaten! 😀
moshed.net:
Ihr betreibt die Spotify-Playlist „German Metalcore“. Wie wichtig ist euch der Support von anderen Newcomern, und welche Band aus Deutschland sollten unsere Leser unbedingt auf dem Schirm haben?
LEYKA:
Ich habe länger überlegt, wie wir eine eigene Playlist kuratieren können, die wirklich funktioniert und auch eine gewisse Relevanz hat und dann kam die Idee. Das Paranoyd-Magazin hat uns dann relativ freie Hand gelassen, auch einen Artikel pro Monat zu verfassen, indem wir eine Band aus der Szene vorstellen. Ich finde es super wichtig, Bands eine Bühne zu geben und zu zeigen, wie viel Talent da draußen ist. Natürlich ist das nur ein kleines Format, aber wenn die Bands dadurch ein paar neue Hörer finden, hat es sich schon gelohnt! Man muss nicht unbedingt immer auf die großen Bands schauen, mit der aktuellen Technik wird es immer einfacher eine geile Liveshow und richtig gute Releases als kleine Band rauszuhauen. Bands die ihr euch mal anhören solltet: XO Armor, Lifespark, On Every Page, Dark Days, palebloom oder checkt einfach die Playlist ab, da gibt’s immer frische Töne! 🙂
moshed.net:
Zwei EPs sind draußen – die Fans schreien natürlich nach mehr. Könnt ihr schon verraten, ob 2026 das Jahr des ersten Full-Length-Albums wird?
LEYKA:
Wir arbeiten mit Hochdruck an neuen Releases und es ist kein Geheimnis, dass wir nach den EPs und Einzel-Releases dieses Jahr endlich ein Album raushauen möchten. Ich kann nicht versichern, dass es 2026 rauskommt. Aktuell sieht es gut aus und zu gegebener Zeit werden wir was ankündigen!
moshed.net:
Wenn ihr euch ein Dream-Line-up für ein eigenes „Leyka & Friends“-Festival zusammenstellen könntet: Wer müsste neben euch auf dem Flyer stehen?
LEYKA:
Ha! Das kann ich ja super kurz machen. Am 17. & 18.04.2026 findet zum dritten Mal unser Festival “Dystopia” in Rüsselsheim (zwischen Mainz und Frankfurt) statt. Wir haben unser absolutes Wunsch-Line-Up zusammenstellen können und haben richtig Bock drauf. Mit dabei sind: Chaosbay, Devil May Care, Waves Like Walls, Dying Breed, Panicwaves, Palebloom und natürlich wir. Checkt das gerne mal aus.
moshed.net:
Die letzten Worte gehören euch: Was wollt ihr der moshed-Community und euren Fans da draußen noch mitgeben?
LEYKA:
Ich habe es oben schon mehrfach angeschnitten: Zieht euch auch mal kleinere Bands rein, geht auf lokale Konzerte und lebt die Szene. Es lohnt sich wirklich und was gibt’s schöneres als in 10 Jahren bei Rock am Ring sagen zu können: “Ha, die hab’ ich damals noch vor 50 Leuten in unserem Jukuz gesehen!”
Wir danken LEYKA für dieses wirklich informative Interview. Checkt die Jungs gerne mal auf ihren Social Media Kanälen ab:
Instagram
Threads
Zudem startet im Frühjahr die erste eigene Headliner Tour, anbei die Tourdates:
27.02. – Saarbrücken, Studio 30
28.02. – Karlsruhe, Die Stadtmitte
01.03. – Donaueschingen, Omega Liveclub
26.03. – Nürnberg, Golden Nugget
27.03. – Marburg, Waggonhalle
28.03. – Braunschweig, B2-Schimmelhof
29.03. – Münster, Baracke
17.04. – Rüsselsheim, Das Rind: DYSTOPIA
18.04. – Rüsselsheim, Das Rind: DYSTOPIA
07.05. – Köln, MTC
08.05. – Essen, Don’t Panic
10.05. – Hannover, Bei Chéz Heinz
30.05. – Freiberg, Train Control
Tickets für die Tour gibt es ab sofort auf www.leyka-band.com/tickets.
Auch 2026 kehrt DYSTOPIA zurück ins Das Rind nach Rüsselsheim. Wie schon in den Vorjahren zeichnet sich das Festival durch einen dynamischen, abwechslungsreichen Mix verschiedener Core-Genres aus. LEYKA treten als Veranstalter an beiden Tagen auf und präsentieren zwei unterschiedliche Sets.
Freitag, 17. April 2026:
Palebloom (Köln)
Panicwaves (Rhein-Main)
Devil May Care (Würzburg)
LEYKA (Mainz)
Samstag, 18. April 2026:
Dying Breed (Dieburg)
Waves Like Walls (Ingolstadt)
LEYKA (Mainz)
Chaosbay (Berlin)


