«Mir hilft das tatsächlich, dass ich irgendwie weiß, wofür ich das mache» – Impvlse im Interview

Aktuell sind sie noch als Opener bei der Co-Headline Tour von Elwood Stray & Our Mirage auf Tour, doch bald wird es Zeit für die größte Headline-Show der Bandgeschichte: Impvlse sind gerade dabei voll durchzustarten. Mit im Gepäck eine frische EP und jede Menge Pläne für die Zukunft. Wir konnten mit Sänger Chris ein bisschen über die Zukunftspläne, den Moment des «Wir haben Fans» und viele andere Dinge quatschen.

moshed.net: Die Hälfte der Tour mit Elwood Stray und Our Mirage ist vorbei. Wie lief es bisher?

Chris: Lief super bisher. Ist ja kein Geheimnis, dass das für uns die größte Tour ist, die wir je gespielt haben und wir sind mehr als zufrieden. Wir fühlen uns super und haben ne Menge Spaß.

moshed.net: Sind denn die Erwartungen bisher so erfüllt worden oder ist es jetzt doch irgendwie anders gekommen als gedacht bei gewissen Sachen?

Chris: Als Opener ist es natürlich immer eine kleine Herausforderung, die Leute heiß zu bekommen. Aber ich denke, die Aufgabe gehen wir ganz gut an. Ich wüsste nicht, worüber ich mich beschweren soll. Das passt alles wunderbar. Unsere Erwartungen wurden mindestens erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen.

moshed.net: Während der Tour wurde auch noch ein wenig an eurer Setlist rumgedreht, habe ich mir so zumindest von ein paar Insidern sagen lassen.

Chris: Echt? Wer kann das nur gewesen sein?

moshed.net: Wie es denn dazu gekommen? Habt ihr einfach spontan entschieden «Jetzt wollen wir mal doch diesen Song spielen» oder habt ihr das von Anfang an geplant gehabt?

Chris: Nach den ersten beiden der fünf Tourblocks haben wir «Saint» ausgetauscht mit «Omen». Da wir in „Saint“ noch ein Feature mit Amon (von «Lost in Hollywood») in Hamburg live gespielt haben, war der Song bis dahin auch gesetzt. Wir haben gemerkt, dass wir ein bisschen mehr heaviness und mehr Dynamik im Set haben wollen, dass das vielleicht ein bisschen besser zieht und ich denke, wir sind jetzt relativ zufrieden mit dem neuen Set.

Also wir haben das tatsächlich spontan auf der Rückfahrt von Göttingen entschieden, da war vorher nichts geplant. Ich weiß nicht, ob du einen Unterschied gemerkt hast, du warst ja auch in Wien dabei und gestern (in Berlin) noch Mal.

moshed.net: Also ich mag beide Songs und war nur überrascht, da es ja nicht all zu oft passiert, das spontan Songs ausgetauscht werden und Bands ihre Setlist ändern. Ich persönlich fand es echt gut, mehr Heaviness find ich immer klasse und vor der Bühne kam das ja auch bei sehr vielen gut an.

Die Rückfahrt von Göttingen ist ein guter Stichpunkt, wie läuft das Tourleben so? Gibt es irgendwas verrücktes zu berichten oder ist das dann doch aller eher ein bisschen langweiliger als man sich das als Außenstehender so vorstellt?

Chris: Es gibt sehr oft so Situationen, wo man sich denkt, wenn das jetzt Leute von außen sehen würden, was wir hier machen… Das ist halt der langweiligste Scheiß der Welt eigentlich. Also ich mag es eigentlich ganz gerne so unterwegs zu sein und immer was zu tun zu haben, aber gleichzeitig irgendwie auch nichts zu tun zu haben. Aber es ist schon auch anstrengend.

Es gibt Höhen und Tiefen, aber wir kommen ganz gut zurecht, denke ich. Wir haben auf jeden Fall eine gute Zeit! Und irgendwelche verrückten Geschichten hattest du noch als Frage?

moshed.net: Genau, falls dir da irgendwas spontan einfällt, was man eventuell so vielleicht nicht erwartet hat.

Chris: Also auf dieser Tour tatsächlich jetzt nichts Schwerwiegendes. Bei vergangenen Touren hätten wir Geschichten. Diese Tour ist eigentlich alles smooth gelaufen bisher, erstaunlicherweise. Aber gut, wir sind jetzt ja auch schon ein bisschen eingeschwungen, dann läuft das immer besser.



moshed.net: Bei den Touren, habt ihr denn eigentlich lieber Clubshows mit etwas kleinerer Crowd, aber dafür dann intensiver? Oder sagt ihr Festivals sind schon ein bisschen geiler?

Chris: Es ist tatsächlich total unterschiedlich. Wir mögen beides und ich hab da keinen direkten Favoriten. Also so ein Festival im Freien: es ist einfach eine ganz andere Stimmung, ein ganz anderer Vibe. Ich meine, du kennst unsere Show, das ist ein bisschen verträumter, ein bisschen introvertierter von uns aus ans Publikum. Und das funktioniert bei einer Festival-Show natürlich ganz anders.

Und da liegt dann mir auch mal irgendwie ein anderer Spruch auf den Lippen, als jetzt vielleicht in so einer eher intimeren Clubshow. Ich mag beides. Ich glaube aber, dass unser Konzept irgendwie besser innen funktioniert, auch mit dem Licht und diese dunklen Passagen zwischendurch. Also von der Show her mag ich es lieber für Clubshows und von der Atmosphäre natürlich lieber für Festivalshows. So kann man es eigentlich ganz gut zusammenfassen.

moshed.net: Euer Auftritt beim «Summer Breeze» war ja auch ordentlich, wenn man sich jetzt vorstellt das ganze Feuer drin zu haben, wird ja auch bestimmt gut stickig. Das «Summer Breeze» war ja, soweit ich das mitbekommen habe, immer so ein kleiner Traum für euch, besonders wegen der lokalen Nähe zu Nürnberg. Da dieser Traum jetzt erfüllt ist, was ist das nächste Festival wo ihr unbedingt mal auf der Bühne stehen wollt?

Chris: Also wir haben ja schon auf «Rock im Park» gespielt, 2022. Aber ich glaube, so von der Legacy ist es trotzdem noch das Festival, wo wir halt am liebsten wieder spielen wollen würden. Aber ja, de facto wollen wir alles mitnehmen.

Ich denke, früher oder später wäre «Wacken» mal super cool. Also wieder oder erstmalig spielen wollen würde ich in «Wacken» und «Rock im Park / Rock am Ring» und «Summer Breeze». Einfach, weil es für uns als Band die musikalisch relevantesten Festivals sind und die größten in der gleichen Liga. Aber grundsätzlich freuen wir uns natürlich immer über coole, große Festivalshows, die wir spielen können.


moshed.net: Beim Summer Breeze habt ihr ja auch ordentlich Leute vor die Bühne geholt, obwohl die Show ja auf der Zeltplatz-Bühne stattfand.

Chris: Ja, auf jeden Fall. Wir hatten auch ein bisschen geschwitzt gehabt. Davor hat’s mega geschifft und der ganze Platz war matschig und leer. Hat dann doch alles noch sehr gut funktioniert zum Glück, da ist die Sonne nochmal rausgekommen. Klingt fast kitschig.

moshed.net: Im April ist es dann soweit: Ihr spielt eure größte Headline-Show in Nürnberg im Z-Bau. Könnt ihr da schon was teasern, ist irgendwas besonderes geplant?

Chris: Also natürlich allein schon von der Songauswahl und Setdauer wird das eine besondere Show für uns. Aber konkrete Specials kann ich noch nicht teasern. Wir wägen natürlich auch ab. Wir wollen jetzt auch keine zwei Stunden auf der Bühne stehen, aber den ein oder anderen älteren Song, der sich seine honorable Mention im Repertoire verdient hat, werden wir auf jeden Fall spielen. Wir auf jeden Fall bemüht, das zu einem besonderen Abend zu machen.

moshed.net: Du hast ja gerade ältere Songs angesprochen, Rituals ist gerade frisch erschienen. Wie geht es weiter? Ist der Fokus jetzt erstmal auf Konzerte gesetzt oder schreibt ihr insgeheim schon nebenbei an neuen Sachen?

Chris: Es gibt natürlich Phasen, wo man ein bisschen mehr Fokus aufs Schreiben legt, jetzt während der Tour ist das aber nicht der Fall. Aber insgesamt sind wir schon dauerhaft am überlegen, wie wir neue Musik machen können und was wir in Zukunft Release-mäßig machen wollen. Wir haben bisher vier EP’s gemacht, geplant ist fürs nächste Jahr ein Debut-Album rauszubringen. Das ist aber alles noch in den Kinderschuhen.

moshed.net: Also jetzt erstmal hauptsächlich Fokus auf Konzerte und Shows und alles nebenbei so machen, dass nächstes Jahr alles soweit ist.

Chris: Genau. So einen konkreten Plan im Sinne von in dieser Phase passiert XY gibt es aber so gar nicht. Wir haben das große Ziel nächstes Jahr eben dieses Album zu machen und wie der Weg dahin aussieht und wie wir das mit Shows kombinieren ergibt sich dann wahrscheinlich noch im Laufe der nächsten Monate.

moshed.net: Auf persönlicher Ebene frage ich Bands gern immer wann sie realisiert haben, dass sie richtige Fans haben. Viele kleinere Bands kommen oft gar nicht dazu mehrere Shows im Jahr zu spielen, aus welchen Gründen auch immer. Gab es bei dir irgendwann den Punkt an dem es klickt gemacht hat und du gemerkt hast, dass Fans teilweise aus anderen Städten extra wegen euch zu einer Show kommen?

Chris: Sehr gute Frage, weil der Prozess hat bei uns allen unterschiedlich eingesetzt. Ich glaube, wenn du Jason fragst, der glaubt das manchmal immer noch nicht so richtig. Es gibt keinen genauen Zeitpunkt, man glaubt das dann Stück für Stück immer mehr, auch wenn vom Publikum immer mehr Feedback kommt.

moshed.net: Löst das irgendwie ein besonderes Gefühl in einem aus oder ist da eine gewisse Nervosität, wenn man auf die Bühne kommt und weiß, da sind gerade Leute aus Stadt X angereist?

Chris: Mir hilft das tatsächlich, dass ich irgendwie weiß, wofür ich das mache. Wenn man das Gefühl hat keiner kennt dich und alle stehen mit verschränkten Armen vor dir, man also erstmal den Saal überzeugen muss bevor Stimmung aufkommt, dann ist es wesentlich schwieriger sich sofort wohl auf der Bühne zu fühlen. Da bin ich immer dankbar, wenn zumindest ein kleiner Teil der Leute unsere Texte mitsingt und uns so ne Art Vorschusslorbeeren entgegenbringt.

moshed.net: Und ihr habt da ja auch eine Gruppe an Leuten die sich regelmäßig auf euren Shows blicken lassen.

Chris: Genau, es gibt einen kleinen Kern der oft dabei ist.


moshed.net: Social-Media ist ja immer so eine Sache. Wir wollen natürlich mit ein paar fragen auch in unangenehmere Themen eintauchen. Besonders mit dem «Ritual»-Teil der EP könnten böse Zungen ja Verbindungen zu Sleep Token herstellen, natürlich nicht als Copycat der Musik, sondern die ganze Thematik die um die Musik drumherum passiert. Wie geht ihr mit solchen Leuten um?

Chris: Ja, das ist eine fiese Frage, das merkst du selber. Wir haben unseren Stiefel lange gesucht und gefunden und wir fahren unseren Stil auch schon seit ca. drei Jahren. Wie wir damit umgehen? Eigentlich locker. Wenn Leute das so sehen, dann schön für die, wir nehmen es anders wahr ehrlich gesagt.

Ich finde es auch nicht schlimm, weil das als Vorwurf zu nehmen kann ja auch irgendwie ein Kompliment sein, irgendwas scheint man ja in den Leuten auszulösen. Wie gesagt, wir nehmen es nicht so wahr und ich denke auch, dass die meisten Leute das nicht so wahrnehmen. Und allzu oft hören wir diesen „Vorwurf“ auch nicht.

moshed.net: Wie ist denn Social-Media allgemein für euch? Hoher Stellenwert oder eher so ein muss, weil muss?

Chris: Also wir sind jetzt alle nicht so die krassen Social-Media Persönlichkeiten, die sich da persönlich extrem inszenieren. Und Social-Media macht bei uns auch Jason komplett, der kümmert sich da um alles. Danke Jason an der Stelle. Ich müsste ihn jetzt fragen wie er das empfindet. Ich glaube, es ist natürlich auch ein Mittel zum Zweck und teils bestimmt auch mal nervig, aber irgendwie musst du ja auch auf der grafischen Ebene zeigen was du machst.

Wir sind vorrangig Musiker, aber ich denke es ist trotzdem ein wichtiges Tool und gehört irgendwo auch einfach dazu. Natürlich ist es manchmal anstrengend und nervig auf die Algorithmus-Geschichte zu achten, aber es ist manchmal ist es auch stressig an einem Zeitplan bei einem Release zu hängen, trotzdem macht man es das Ganze ja gerne.

moshed.net: Zum Abschluss noch eine kleine Frage zu einem Wunsch-Szenario. Euer Management gewinnt im Lotto und sagt, hier, Geld für ein LineUp mit vier Bands quer durch Deutschland und Europa. Wen nehmt ihr mit und seid ihr dabei selbst Headliner?

Chris: : Ich glaube, es wäre mega arrogant, wenn wir sagen, wir wären da selber Headliner wären in dem Szenario. Deswegen wären wir auf keinen Fall Headliner. Es gibt natürlich Idole mit denen man auf Tour gehen würde, aber auch Leute die wir cool finden, auch kleinere Bands. Ich tue mich da immer schwer, das so in Worte zu fassen.

Es gibt halt so ein paar mit denen wäre es krass zu spielen. Landmvrks, Northlane, Architects, Bring Me Horizon. Da irgendwie mit dabei zu sein wäre in jedem Fall cool.

moshed.net: Das wars auch schon von unserer Seite, vielen Dank für das Interview! Irgendwelche berühmten letzten Worte?

Chris: Eigentlich nicht so. Wir spielen noch ein paar Shows, kommt gerne vorbei! Sonst hätte ich nichts mehr zu sagen. Danke dir fürs Interview!

Wir bedanken uns bei Chris von Impvlse für das Interview! Wenn ihr die Jungs bei der angesprochenen Nürnberg Show erleben wollt, dann sicher euch HIER die Tickets!

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