Tourstart mit Herz: Jassin überzeugt im Modernes Bremen

Tourstart in Bremen und Jassin war von Sekunde eins an voll da. Am 06.12. eröffnete der Newcomer seine ausverkaufte Arsenalplatz-Tour im Modernes und zeigte direkt, warum aktuell so viele Augen auf ihn gerichtet sind. Die Venue war voll, die Stimmung erwartungsvoll und man hatte das Gefühl: Irgendwie passiert hier gerade etwas, das größer ist als nur ein gewöhnlicher Tourauftakt.

Bevor wir zum Konzert kommen, ein paar Worte zu Jassin selbst: Der 20-jährige Newcomer aus Deutschland hat mit seinem Debütalbum „Arsenalplatz“, das am 28. November 2025 erschienen ist, in kürzester Zeit für ordentlich Aufmerksamkeit gesorgt. Schon vor der offiziellen Veröffentlichung hatte Jassin sich mit seinen ersten Singles wie zum Beispiel «Kinder können fies sein» oder «Bitte sei vorsichtig» und Live-Auftritten als Voract bei Paula Hartmann oder Apsilon und zwei eigenen kleineren Touren eine kleine, aber treue Fanbase aufgebaut. „Arsenalplatz“ ist ein sehr persönliches Projekt, das seine Erfahrungen, Gedanken und emotionalen Momente in einem ruhigen, ehrlichen Soundbild verbindet. Dabei befinden wir uns irgendwo zwischen introspektivem Deutschrap, Indie-Einfluss und Singer-Songwriter-Gefühl. Direkt nach dem Release folgte die ausverkaufte Arsenalplatz-Tour, auf der er nun durch deutsche und österreichische Städte zieht und seine neuen Songs endlich live präsentiert.

Den Abend eröffnete Support-Act Romy, die mit ihren emotionalen Songs sofort den richtigen Ton traf. Die 20-Jährige stand an diesem Abend zum ersten Mal vor rund 900 Menschen. Das ist eine Situation, die viele nervös machen würde, aber Ihre Stimme füllte den Raum mühelos, ihre Performance wirkte ruhig, ehrlich und nahbar.

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann Jassin die Bühne und ab diesem Moment war klar, dass das hier sein Abend wird. Mit „Aufstehen“ eröffnete er das Set und legte direkt mit dem Titeltrack „Arsenalplatz“ und «Simson S51» nach. Die Menge war textsicher, laut und emotional dabei. Es wurde nicht nur mitgesungen, sondern wirklich mitgefühlt. Auch bei älteren Songs wie „Wellness am Scherbenmeer“ oder „2 oder 10“ war das Energy level konstant hoch. Man merkte Jassin an, wie sehr ihn diese Reaktion berührt, weil das Grinsen auf seinem Gesicht war fast durchgängig zu sehen.

Ein besonders schöner Moment entstand bei „Sonnenbankflavor“, als Jassin zur Ukulele griff und die harmonische Hook live spielte. Der Song bekam dadurch eine ganz eigene, intime Stimmung. Die Crowd war sofort stiller, hörte zu und ließ sich fallen. Aber was den Abend zusätzlich besonders gemacht hat, waren Jassins Ansprachen zwischen den Songs. Auch wenn er selbst ehrlich zugab, dass sie noch nicht immer perfekt sitzen, kamen seine Worte klar und direkt an. Er machte deutlich, dass seine Konzerte sichere Orte sein sollen. Räume, in denen sich jede Person wohlfühlen darf. Für Belästigung, Diskriminierung oder respektloses Verhalten gibt es hier keinen Platz. Er verwies dabei bewusst auf das Awareness-Team und wurde dafür mit lautem Applaus belohnt.

Darüber hinaus verlieh Jassin vielen Songs noch mehr Tiefe, indem er erklärte, wem sie gewidmet sind. „Wie immer ist“ schrieb er für seinen besten Freund, den er nach dem Abi nicht mehr so häufig sieht, der aber nach wie vor einen festen Platz in seinem Leben hat. „Mein Herz“ handelt von seiner Mutter – ein sehr persönlicher Moment, der den Raum spürbar berührt hat und gezeigt hat, wie viel Liebe in seinen Texten steckt.

Am Ende bleibt festzuhalten: Jassin hat auf ganzer Linie überzeugt. Seine Stimme, seine Präsenz, die Nähe zur Crowd – all das wirkt reif, ehrlich und bereit für größere Bühnen. Bremen war ein starker Start für diese Tour und macht Lust auf alles, was noch kommt. Wir sind gespannt, wohin die Reise geht, und hoffen auf viele weitere Konzerte und ganz viel neue Musik.

Fotocredit:
Emily Mordovski