JBS brachte am Wochenende das Musikzentrum in Hannover zum Beben – zumindest auf der Bühne. Gemeinsam mit dem Support-Act Schattenformat lieferte der Abend musikalisch genau das ab, was man sich von einem energiegeladenen Live-Setup erhofft: druckvolle Sounds, starke Bühnenpräsenz und spürbar Bock auf Performance.
Der Newcomer „Schattenformat“ eröffnete den Abend und setzte direkt ein starkes erstes Ausrufezeichen. Auch wenn die Crowd noch etwas zurückhaltend wirkte, ließ er sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil: Schattenformat zog sein Set souverän und mit spürbarer Energie durch, als würde er genau diese Mischung aus Spannung und Zurückhaltung als Bühne für sich nutzen.
Musikalisch wirkte das Ganze erstaunlich ausgereift für einen Newcomer, roh genug, um live zu knistern, aber kontrolliert genug, um nicht im Chaos zu verschwimmen. Gerade diese Balance sorgte dafür, dass der Auftritt trotz der noch verhaltenen Publikumsreaktionen hängen blieb und definitiv Lust auf mehr macht.
Als JBS die Bühne übernahm, wurde schnell klar, warum er sich mittlerweile einen festen Namen in der Szene erspielt hat. Die Energie stimmte von der ersten Minute an: viel Bewegung, starke Vocals und eine Performance, die praktisch keine Pausen kannte. Besonders die Bühnenpräsenz wirkte durchgehend präsent und authentisch, man hatte das Gefühl, JBS genau weiß, was er tut und wo er hinwill.
Das Set war dabei angenehm vielseitig aufgebaut: eine Mischung aus älteren Songs, Tracks vom neuen Album „Zweitausenfünf“ sowie bekannten Nummern, wie „Unendlichkeit“ und Vielleicht Vielleicht“.
Etwas überraschend blieb allerdings die Reaktion der Crowd. Trotz der starken Show wollte der Funke im Publikum zunächst nicht komplett überspringen. Während JBS sichtbar alles gab, wirkte das Publikum phasenweise noch etwas zurückhaltend und musste erst in den Abend hineinfinden. Zwar gab es vereinzelte Momente, in denen die Stimmung aufblühte, insgesamt blieb die Resonanz aber zunächst hinter der Energie auf der Bühne zurück.
Das änderte allerdings nichts daran, dass sowohl JBS als auch Schattenformat musikalisch absolut überzeugten. Wer an dem Abend im Musikzentrum Hannover war, bekam zwei Acts zu sehen, die live genau wissen, was sie tun, selbst wenn die Crowd ein bisschen Zeit brauchte, um aufzutauen.


