Es gibt Dinge, die sind einfach rund und funktionieren. Und während man früher wohl sofort an CDs oder Platten gedacht hätte – beides Relikte der frühen 2000er – trifft dieses Prädikat heute vor allem auf die Diskografie von Rise Of The Northstar zu. Wo die Jungs loslegen, bleibt selten etwas stehen. Der Mix aus Metalcore, Crossover, massig Groove und pointierten Rap-Passagen sitzt seit jeher. Seit fast 20 Jahren und inzwischen vier Alben ziehen sie ihr Ding durch – und gerade das jüngste Werk, erschienen am 14. November 2025, hat es wieder einmal in sich. Warum das so ist, klären wir in diesem Review.
Wieder mal erwischt
Wer Rise Of The Northstar kennt, weiß ziemlich genau, worauf man sich einlässt. Trotzdem versuchen wir bei jedem neuen Release, den ersten Eindruck möglichst neutral anzugehen. Diesmal gelingt das nur bedingt, denn schon das Intro erwischt uns eiskalt – genau an der Stelle, an der Showdown (2023) damals etwas ins Straucheln geriet.
Atmosphärisch, wie der Start einer Liveshow, baut sich das Intro zunächst ruhig auf, nur um dann in Sekundenbruchteilen durch wuchtige, groovende Riffs niedergebrannt zu werden.
Das neue Album mit dem herrlich absurden Titel CHAPTER 04: RED FALCON SUPER BATTLE! NEO PARIS WAR!! (nachfolgend einfach „das neue Album“) überzeugt bereits im Übergang zum ersten echten Track. Payback liefert hier die Blaupause dessen, was Rise Of The Northstar seit Jahren auszeichnet: schwere Riffs, ein treibender Groove und eine Hook, die selbst den stoischsten Hardcore-Hörer am hintersten Ende der Halle zum Mitwippen zwingt.
Auch Neo Paris macht im direkten Anschluss eine hervorragende Figur und hatte schon vorab als Single in den sozialen Medien gut eingeschlagen.
Avengers meets X-Men
Seltsamer Vergleich? Vielleicht. Aber die neueste Platte bringt tatsächlich die Art von Kollaboration hervor, die die französische Core-Szene kaum besser hätte repräsentieren können. Back 2 Basics holt sich nämlich niemand Geringeren als Florent Salfati (Sänger von Landmvrks) ins Boot – und der steuert nicht nur Vocals bei, sondern hat den Song gleich auch abgemischt und gemastert.
Das Ergebnis: ein Track der Sorte „Kann man machen – und zwar richtig gut“, der die aktuelle Szene selbstbewusst nach außen trägt. Bemerkenswert ist zudem, dass dieser Banger trotz seiner Qualität nicht unangenehm aus dem Albumgefüge herausragt.
In der zweiten Hälfte liefern Bretter wie Pressure oder Desolation Hawk dann noch einmal das, was wir an Rise Of The Northstar so schätzen: kompromisslose Härte, klare Linie, fetter Groove. Ein passendes Outro setzt schließlich den Schlusspunkt.
Fazit
Kein Drumherumreden: Mit CHAPTER 04: RED FALCON SUPER BATTLE! NEO PARIS WAR!! liefern Rise Of The Northstar nicht nur reichlich Material für die Tastatur, sondern auch genug Nacken-Workout für mehrere Konzertabende. Das vierte Album bestätigt dabei erneut, was Fans seit Jahren wissen: Schlechte Platten gibt’s bei dieser Band schlicht nicht.
Und die anfängliche Sorge, dass ein Nachfolger nach nur zwei Jahren vielleicht zu früh kommen könnte? Hat sich bereits nach den ersten Minuten elegant in Luft aufgelöst.


