Rise Against – Ricochet

Nach vier Jahren präsentieren Rise Against mit Ricochet nicht nur wieder ein politisches aber auch ein experimentellstes Album – eine gewagte Weiterentwicklung, ohne dabei aus den Augen zu verlieren, was Rise Against ausmachen.

Frischer Sound, klare Haltung

Mit progressiven Arrangements und unerwarteten Stilvarianten – von Balladen über groovige Gitarren bis hin zu verzerrten Breakdown-Elementen – liefert Ricochet den kreativen Kick, den man von Punk-Ikonen erwartet. Die Band mixt Sprengstoff mit Melodie, ohne sich selbst zu verlieren. Besonders spannend: ruhige, fast hymnenhafte Passagen treffen auf rauen, dringenden Punk-Drive.

Systemkritik mit Nachdruck

Rise Against bleiben ihrem Ruf treu: Soziale Beobachtungen, politische Fragen und ein klarer Ruf nach Veränderung ziehen sich durch das Album. Der Titeltrack Ricochet überrascht mit einem melodischen, fast balladesken Einstieg, bevor er plötzlich rockig eskaliert – ganz wie ein stiller Widerstand, der auf einmal explodiert. Andere Songs, etwa mit Textzeilen wie „I know you’re scared but you’re not alone“, sind Ansagen: unbequem, mit Haltung, und dennoch mitreißend.

Dynamik als Stärke

Die eskalierende Dramatik in Songs wie Damage Is Done kontrastiert stark mit aufbauenden Momenten in Us Against The World oder Sink Like A Stone. Diese Balance aus Wut, Melancholie, Versöhnung und Empowerment macht Ricochet zu einer packenden Hörerfahrung, die beides kann: wachrütteln und mitreißen.

Fazit

Ricochet ist mutig, vielseitig und kompromisslos – ohne dabei überkonstruiert zu wirken. Wer Punkrock mit Message, progressive Twist und authentischem Beat sucht, liegt hier goldrichtig. Das Album fordert aufmerksam gezeichnete Antworten und lässt einen nicht einfach kalt zurück.

Rise Against – Ricochet

Score

78%
Ricochet ist mutig, vielseitig und kompromisslos und regt zum Denken an.
Fotocredit: