Live-Review: The Butcher Sisters | 31.01.2026 | Swiss Life Hall | Hannover

Schon beim Reinkommen war klar: Das hier wird alles, nur kein normaler Konzertabend. Unzählige Konzertbesucher waren mit Merch der Band, Kunststoff Schwertern oder blinkenden Partybrillen ausgestattet. Statt nüchterner Konzertatmosphäre lag etwas zwischen Festival, Junggesellenabschied und kompletter Eskalation in der Luft. Die Swiss Life Hall füllte sich schnell, die Stimmung war bereits vor dem Voract außergewöhnlich gut und man merkte sofort das die Crowd maximal Bock auf den Abend hat. 

Den Auftakt übernahmen die Band „Mittel Alta“. Wer den Namen bisher noch nicht gehört hat, sollte das dringend nachholen. Die Band ist im Grunde ein musikalisches Augenzwinkern in Ritterrüstung und Sturmhaube: randvoll mit Satire, selbstironischem Humor und ordentlich Wumms. Mittelalterliche Elemente treffen hier auf eine Mischung aus Rock, Rap und Techno, irgendwo zwischen Schenke und Moshpit. Die Band sorgte sofort für gute Stimmung und war bei der Crowd merkbar alles andere als unbekannt.

Normalerweise gibt’s nach dem Voract eine kurze Verschnaufpause, bevor der Mainact die Bühne übernimmt. Nicht so bei einem Konzert von „The Butcher Sisters“. Nach dem ersten Warm-up legte gleich noch die deutsche Metalcore-Band „Callejon“ nach. Die Band lieferte wie gewohnt voll ab und sorgte für die ersten Moshpits des Abends.

Nach einer kurzen Umbaupause war es endlich so weit: The Butcher Sisters stürmten die Bühne und die Halle ging komplett steil. Moshpits formten sich wie von selbst und die ersten Crowdsurfer wurden quer durch die Menge getragen. Wenn wir ehrlich sind, ist ein „Butcher Sisters“-Konzert schwer zu beschreiben: Die Show mixt skurrile Szenen wie die Geburt eines Riesenbabys, ironisch schlechte Zaubertricks oder ein Crowdsurfing-Wettbewerb mit Schlauchbooten. Ja, das Ganze klingt nicht nur völlig verrückt, es ist es auch, aber genau das macht das Konzert so unvergesslich.

Musikalisch setzte die Band auf eine Mischung aus Songs des neusten Albums „Das Schwarze Album“ und altbekannten Tracks. Die Songauswahl und Songreihenfolge waren perfekt aufeinander abgestimmt, sodass die Stimmung konstant hoch blieb. Jeder einzelne Song der Setlist wurde ausnahmslos von der Crowd mitgebrüllt und abgefeiert.

Das Bühnenbild bestand aus einer mittelgroßen LED-Wand und einer B-Stage und wirkte im Vergleich zum Rest der Show relativ unspektakulär. Ein spektakuläres Bühnenbild war dabei auch gar nicht nötig, denn allein die Präsenz der Band und die Showeinlagen zwischendurch reichten vollkommen aus. Man muss es einfach sagen: Live ist die Band einfach unfassbar gut. Die Live-Stimmen, die Energie, alles zieht einen sofort mit.

Am Ende des Konzerts blieb eine Swiss Life Hall zurück, die komplett leergefeiert war: Es blieben verschwitzte Shirts, müde Beine und mit Sicherheit die eine oder andere heisere Stimme. Die „Rap, Rock & Zaubershow Tour 2026“ hielt genau das, was ihr Name versprach: eine Show, die Musik, Witz und Magie perfekt miteinander verband.

Fotocredit:
Jonah Voigt