Es gibt Konzertabende, die beginnen schon lange, bevor überhaupt der erste Ton gespielt wird. Der Auftakt der Nina Chuba Sommershows 2026 am 25. Juni am Fühlinger See in Köln war genau so ein Abend. Strahlender Sonnenschein, Temperaturen von knapp 40 Grad und ein kilometerlanger Stau auf der A1, bei dem man für gerade einmal sechs Kilometer rund eineinhalb Stunden benötigte, sorgten bereits vor Konzertbeginn für eine kleine Geduldsprobe. Doch rückblickend lässt sich sagen: Jede Minute im Stau hat sich gelohnt.
Mit der Show in Köln eröffnete Nina Chuba ihre diesjährige Open-Air-Tour und legte direkt einen Auftritt hin, der die Messlatte für die kommenden Wochen verdammt hoch setzt.
Kayla Shyx als Support
Den Abend eröffnete Kayla Shyx. Aufgrund des Verkehrschaos haben wir ihren Auftritt leider verpasst, dennoch möchten wir sie nicht unerwähnt lassen. Bereits bei Hurricane und Southside konnte sie uns mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Ausstrahlung komplett überzeugen. Genau deshalb sind wir uns ziemlich sicher, dass sie auch in Köln ein starker Opener war. Ihre Musik passt hervorragend als Einstieg in einen Nina-Chuba-Abend und macht Lust auf das, was danach folgt.
Nina Chuba liefert eine Show auf höchstem Niveau
Als schließlich die ersten Töne erklangen, wurde schnell klar: Diese Tour ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Größer. Lauter. Aufwendiger.
Nina Chuba hat ihre Liveshow im Vergleich zu den vergangenen Jahren noch einmal deutlich weiterentwickelt. Von der ersten Minute an wirkte alles perfekt durchdacht. Die Bühne, das Licht, die Choreografien und die gesamte Inszenierung griffen nahtlos ineinander und sorgten dafür, dass die knapp zweistündige Show wie aus einem Guss wirkte.
Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Tanzeinlagen. Gemeinsam mit ihren Tänzer:innen lieferte Nina eine Performance ab, die stellenweise eher an eine große Pop-Produktion als an ein klassisches Konzert erinnerte. Hinzu kamen akrobatische Elemente und gymnastische Einlagen, bei denen man sich unweigerlich fragte, wie das bei fast 40 Grad überhaupt möglich ist. Und trotzdem wirkte keine Sekunde angestrengt.
Im Gegenteil: Nina strahlte direkt beim Betreten dieser massiven Bühne eine unglaubliche Freude aus. Man hatte permanent das Gefühl, dass sie genau dort sein möchte, wo sie gerade steht. Dieses Lächeln ließ sich nicht spielen, denn es wirkte ehrlich und ansteckend. Vielleicht hatte sie ja wieder einen kleinen «I made it»-Moment, was bei ausverkauften Konzert und einem Publikum von knapp 20.000 Leuten wirklich mehr als verständlich wäre.
Auch optisch blieb die Show in Erinnerung. Das aufwendig gestaltete Outfit, das detailreiche Styling und das perfekt abgestimmte Make-up unterstrichen die Ästhetik ihrer aktuellen Albumära, ohne dabei künstlich zu wirken. Alles passte zusammen und verstärkte die Bühnenfigur, die Nina Chuba mittlerweile geschaffen hat.
Ein Setlist-Auftakt, der keine Wünsche offen lässt
Musikalisch legte Nina direkt los wie die Feuerwehr. Mit «NINA», «Mangos mit Chili» und «Wildberry Lillet» eröffnete sie die Show mit gleich drei absoluten Live-Hits. Die ohnehin schon aufgeheizte Crowd war damit sofort im Konzert angekommen.
Dabei fiel besonders auf, wie sehr ihr aktuelles Album «Ich lieb mich, ich lieb mich nicht» für die Bühne gemacht wurde. Als wir Nina Chuba zuletzt 2024 live gesehen haben, gab es zwar bereits Songs wie „Glatteis“ oder «Ich hass dich», die live hervorragend funktionierten. Insgesamt fehlten damals aber noch einige Songs, die eine komplette Menge wirklich zum Eskalieren bringen.
Mit dem neuen Album hat sich das komplett verändert.
Tracks wie «Rage Girl», «Fahr zur Hölle», «Wenn das Liebe ist» oder auch die EP «Fata Morgana» entfalten live eine ganz neue Energie. Genau diese Songs machen deutlich, wie sehr sich Nina Chuba als Live-Künstlerin weiterentwickelt hat. Das Album wirkt fast so, als wäre es speziell für große Bühnen geschrieben worden.
Eine Weltklasse-Show trifft auf eine zurückhaltende Crowd
So beeindruckend die Performance auf der Bühne auch war, ein kleiner Wermutstropfen blieb leider die Stimmung im Publikum. Dabei lag das keineswegs an fehlender Begeisterung. Im Gegenteil: Besonders viele junge Fans waren unglaublich textsicher. Überall sah man kleine Mädels mit Nina-Chuba Frisuren, die jede Zeile mitsangen und ihre Lieblingssongs feierten. Das war wirklich schön mit anzusehen.
Trotzdem fehlte der Show über weite Strecken die letzte Portion Energie aus der Menge. Natürlich wurde zu Beginn mitgesungen, getanzt und gesprungen, aber gerade bei den neuen Songs hätte man sich noch etwas mehr Bewegung gewünscht. Andererseits muss man die Bedingungen fairerweise mit einbeziehen – Bei knapp 40 Grad fällt es selbst den motiviertesten Konzertbesucher:innen schwer, über zwei Stunden dauerhaft Vollgas zu geben. Dafür war die Stimmung, insbesondere zu Beginn des Konzerts, sogar überraschend stark.
Auch Nina selbst hatte die Temperaturen jederzeit im Blick. Vor «Glatteis» bat sie das Publikum beispielsweise ausdrücklich darum, auf Moshpits zu verzichten und stattdessen aufeinander aufzupassen. Niemand solle sich verletzen oder aufgrund der Hitze umkippen. Eine kleine Geste, die zeigt, wie aufmerksam sie mit ihrem Publikum umgeht.
Fazit: Eine Show, die man sich nicht entgehen lassen sollte
Der Auftakt der Sommershows 2026 macht vor allem eines deutlich: Nina Chuba hat sich live noch einmal enorm weiterentwickelt. Die Produktion ist größer, die Performance aufwendiger und das neue Material funktioniert auf der Bühne hervorragend. Dazu kommt eine Band, die musikalisch auf höchstem Niveau spielt, sowie eine Künstlerin, die trotz extremer Temperaturen fast 2 Stunden lang alles auf der Bühne lässt.
Wer in diesem Sommer noch die Möglichkeit hat, eine der Open-Air-Shows zu besuchen, sollte sie unbedingt nutzen. Auf dem Tourplan stehen unter anderem noch Dortmund, München, Hamburg, Hannover sowie mehrere Termine in Berlin. Außerdem sind für das große Konzert im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden und einige weitere Städte aktuell noch Tickets erhältlich.
Unser Tipp ist deshalb ganz klar: Geht hin!! Feiert die Songs!! Singt laut mit!!! Und vielleicht traut ihr euch bei «Rage Girl», «Fahr zur Hölle» oder «Fata Morgana» sogar, den einen oder anderen Moshpit zu eröffnen. Denn auch wenn Nina Chuba Pop macht – live haben einige ihrer Songs deutlich mehr Wucht, als man zunächst erwarten würde.
Hier geht es zur Fotostrecke vom Abend: Nina Chuba am Fühlinger See in Köln.
Nina Chuba Sommershows Setlist (Köln, 25.06.2026):
- NINA (Intro)
- Mangos mit Chili
- Wildberry Lillet
- Jeeep
- Malediven
- Kilimanjaro
- Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen
- Wenn das Liebe ist
- Nicht allein
- ILMILMN (Skit)
- Unsicher
- Fliegen
- Fata Morgana
- Fucked Up
- Rage Girl
- 3 Uhr Nachts
- Überdosis
- Nimm mich mit
- Tinnitus
- Glatteis
- Waldbrand
- Fahr zur Hölle
- Ich hass dich
- So lange her


