Die Tour „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ 2026 hinterließ einen bleibenden Eindruck: Am 28. März in der ÖVB-Arena in Bremen. Zwei unterschiedliche Städte, zwei Abende – und doch ein ähnliches.
In Bremen eröffnete Mia Morgan den Abend als Support und setzte direkt die passende Stimmung. Mit ihrer düsteren, intensiven Performance brachte sie genau die Energie auf die Bühne, die nötig war, um das Publikum optimal einzustimmen.
Um 20:00 Uhr startete Mia Morgan ihr Set und hob die Stimmung sofort auf ein hohes Niveau. Kurz darauf ging es mit Kraftklub weiter. Diese machten von Beginn an klar, dass dieser Abend mehr als nur ein gewöhnlicher Tourtermin werden würde. Die Kombination aus neuen Songs ihres aktuellen Albums „Sterben in Karl-Marx-Stadt“ und bekannten Fanlieblingen ging sofort auf. Trotz klarer Inszenierung wirkte die Show zu keinem Zeitpunkt gestellt, sondern lebendig und nahbar – genau die Stärke, für die Kraftklub bekannt sind.
Ein Highlight des Konzertes war der gemeinsame Auftritt von Kraftklub und Mia Morgan beim Song „Kein Gott, kein Staat, nur du“. Dieser Moment brachte die Energie noch einmal auf ein neues Level und zeigte eindrucksvoll die Verbindung zwischen Hauptact und Support.
Vom ersten Song an war klar, dass auch hier keine gewöhnliche Show stattfinden würde. Die Setlist blieb – wie bei einer Tour dieser Größenordnung zu erwarten – nahezu identisch. Unterschiede gab es lediglich beim Glücksrad-Element, bei dem ein Fan den nächsten Song bestimmt: „Alles wegen dir“.
Beeindruckend ist die Konstanz von Kraftklub als Live-Band. Neue Songs fügen sich mühelos ins Set ein, während auch ältere Tracks ihren Platz finden. Die Energie des Konzerts trägt durchgehend, ohne dass sie merklich nachlässt. Ob ruhige, emotionale Momente bei Songs wie „Kein Liebeslied“ oder totale Eskalation mit „Randale“– jede Phase ist präzise gesetzt.
Auch das visuelle Konzept der Show ist bewusst minimalistisch gehalten. Statt auf große Effekte zu setzen, arbeitet die Band mit ausgewählten Elementen, die die Atmosphäre unterstreichen, ohne vom Kern abzulenken – der direkten Interaktion mit dem Publikum. Gerade das verleiht selbst großen Arenen eine unerwartet persönliche Note.
Letztlich wird deutlich: Kraftklub bringen unabhängig von Ort oder Tag immer die gleiche Intensität auf die Bühne. Die Crowd feiert, singt und springt, als gäbe es kein Morgen – egal, ob am nächsten Tag der Wecker klingelt oder nicht. Genau darin liegt ihre Stärke: Sie schaffen es, den Alltag für ein paar Stunden auszublenden und einen Moment zu erschaffen, in dem nichts anderes zählt.


