Man kennt es: jedes Jahr im Dezember wird alles mit Jahresrückblicken vollgehauen. Jeder lässt das vergangene Jahr Revue passieren, so auch wir! 2025 hat viele Highlights gehabt, so natürlich auch in Form von veröffentlichten Alben. Wir wollen euch hiermit die Highlights von einem kleinen Teil unserer Redaktion vorstellen. Vielleicht findet ihr noch ein Album in das ihr nicht reingehört habt!
Emily
1) NF – FEAR
NF hat mit FEAR eine unfassbar starke und emotionale EP veröffentlicht. Er spricht offen über seine OCD, über Rückschläge und darüber, dass Heilung einfach kein linearer Prozess ist, sondern Zeit und Geduld braucht. Und dabei gibt es dementsprechend manchmal sogar Schritte zurück. Seine Worte haben mich so krass berührt, wie es nur wenige musikalische Projekte schaffen. Für mich ist es wirklich eine der stärksten EPs, die ich je gehört habe. Ein persönliches Highlight ist außerdem, dass es endlich ein Feature mit MGK gibt. „Who I Was“ ist dabei so gut geworden, wie ich es mir erhofft hatte. Zusammen mit dem Titeltrack „FEAR“ sind das auch meine absoluten Favorites.
2) Sleep Token – Even in Arcadia
Alter, was ist das bitte für ein Album?! Ich mochte Sleep Token schon vorher, aber Even in Arcadia hat mich komplett abgeholt. Für mich gibt es hier wirklich keinen einzigen Skip-Song. Alles klingt so cineastisch und atmosphärisch, dass ich das Album einfach immer hören kann, egal ob auf der Arbeit, beim Joggen oder Lernen für die Uni. Ich feiere melancholische Musik und Vessel hat eine Stimme, die legit alles trägt: clean, verletzlich, aber gleichzeitig unglaublich powerful. Ich lieb’s einfach komplett. Besonders „Damocles“ und „Provider“ haben es mir angetan, aber ehrlich gesagt liefert wirklich jeder einzelne Track ab.
3) Jassin – Arsenalplatz
Ich habe Jassin dieses Jahr das erste Mal als Voract auf einem Paula-Hartmann-Konzert gesehen und er hat mich direkt gecatcht. Arsenalplatz ist ein wirklich gelungenes Debütalbum. Es ist ruhig, ehrlich, nahbar und für mich einfach richtig gut. Jassins Art zu schreiben trifft auf eine besondere Weise, die Texte haben so eine gute Tiefe und lyrisch gesehen, ist es echt eines der besten deutschen Alben die es derzeit gibt. Am liebsten höre ich den Titeltrack „Arsenalplatz“ und „Bitte sei vorsichtig“, aber eigentlich ist es auch hier ein komplettes No-Skip-Album.
4) MGK – Lost Americana
Ich feiere MGK einfach so sehr, weil er Hip-Hop/Rap und Rock auf eine Art verbindet, die für mich komplett aufgeht. Lost Americana ist ein starkes Alternative- bzw. Indie-Rock-Album, das sich fast wie ein amerikanisches Roadmovie in Albumform anfühlt. Es hat Tempo, Gefühl, Bilder im Kopf und ist einfach dieses typische MGK-Ding. Und auch wenn „Cliché“ gefühlt 24/7 im Radio läuft: Der Song ist einfach geil und man kann unfassbar gut dazu viben.
5) Kraftklub – Sterben in Karl-Marx-Stadt
Auch das fünfte Kraftklub-Album holt mich komplett ab. Sterben in Karl-Marx-Stadt ist so breit gefächert und spielt mit unterschiedlichsten Stilen, dass es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Allein „Unsterblich sein“ und „Halt’s Maul und spiel“ sind typische Kraftklub-Banger, aber gleichzeitig so verschieden, dass genau diese Spannbreite das Album unfassbar spannend macht. Die Promo-Aktion der Band war zudem absolut wild: Sie sind im Leichenwagen durch Deutschland gefahren und haben spontan vor Bahnhofsvorplätzen, Waschsalons oder einem Rewe gespielt. Und das vor ein paar Hundert Leuten, obwohl sie easy ein Stadion füllen. Meine Lieblingssongs sind „Unsterblich sein“ und „Marlboro Mann“, das Album bockt einfach.
Dennis
1) Adept – Blood Covenant
Adept sind wieder zurück. Und wie! Einen wirklichen Favoriten kann ich auf dem Album gar nicht so wirklich wählen. Die ganze Platte macht von vorne bis hinten einfach Spaß und liefert Hit nach Hit. DIe Jungs aus Schweden machen genau da weiter, wo sie vor Jahren aufgehört haben.
2) Paledusk – Paledusk
Knapp 11 Jahre hat es gedauert, bis Paledusk aus Japan endlich ihr erstes Album auf dem Markt bringen. Nach etlichen EPs wars auch einfach zeit dafür. Wer schnelles Tempo, Breakdowns, ungewöhnliche Instrumente und viele Tempowechsel mag wird hier fündig. Im Sommer sind Paledusk im übrigen auf ihrer ersten Headliner Tour in Europa!
3) Abbie Falls – Life is just a temporary plan
Abbie Falls nehmen sich selbst nicht ernst und trotzdem hauen sich euch die Breakdowns kompromisslos ins Gesicht, aber ohne erbarmen. Mit dem Song «Victim» wurde quasi eine Hymne für Breakdowns geschrieben. Wer auf eine aufstrebende Band bock hat, der sollte unbedingt das Album anhören!
4) View From the Soyuz – Ubiquitous
Noch eine Band aus Japan, noch ein erstes Album der Bandgeschichte. Mit Ubiquitous verpassen View From the Soyuz Klassiker der Bandgeschichte einen neuen Anstrich und liefern mit neuen Songs ebenso Musik zum Moshen, Headbangen und Stage-Diven. Ich bin mir sicher, dass die Band einer der nächsten großen Hits aus Japan sein wird.
5) Universe Last a Ward – Ride with Us
Den Abschluss meiner Top 5 bilden Universe Last a Ward, ebenso aus Japan, aber mit dem zweiten Album der Bandgeschichte. Wer auf frischen Hardcore steht wird hier definitiv hängenbleiben. Solltet ihr mal in Japan sein, dann versucht unbedingt eine Show von ULAW zubesuchen, die Stage-Presence der Jungs macht unglaublich Spaß und ihr werder sicherlich nicht still stehen können!
Julian
1) A Day To Remember – Big Ole Album Vol. 1
Schöne Zukunftsaussichten: ADTR springen nach alter Manier zwischen Party und Wut hin und her. Neu dabei: Mal endet das im Saufgelage, mal mit hoffnungsvollen Worten für die Kinder.
2) Volumes – Mirror Touch
Demonstrativer Beweis dafür, wie Volumes poppiger werden und sich selbst treu bleiben können.
3) La Dispute – No One Was Driving The Car
Wer braucht Weihnachtsgeschichten hören, wenn man einfach La Dispute zuhören kann? Das erste Album nach sechs Jahren, und selbst die Geschichte eines Möbelstücks trifft mitten ins Herz.
4) Unprocessed – Angel
Wie macht man Prog-Metalcore gesellschaftsfähig? – Mit viel Fingerfertigkeit, die nicht zu stark ausartet, viel Gefühl und guten Features.
5) Adept – Blood Covenant
Willkommen zurück, Adept! Immer noch ein bisschen pathetisch, aber die Schweden haben in neun Jahren ihr Gefühl für wunderschöne Melodien nicht verloren.
Alex
1) Sleep Token – Even in Arcadia
Ganz ehrlich: Die Wahl zwischen Platz 1 und 2 ist mir nicht leichtgefallen. Zwar habe ich Landmvrks dieses Jahr deutlich öfter rotieren lassen, jedoch holte mich Sleep Token in Gemütszuständen ab, wie es nur geniale Alben schaffen. Even in Arcadia war mein emotionaler Soundtrack 2025; es glänzt mit einer hervorragenden Produktion, die nur noch von ihrer eigenen Vielschichtigkeit in den Schatten gestellt wird. Dieses Album ist mehr als nur Musik – es ist eine Blaupause dafür, wie Musik funktionieren kann.
2) Landmvrks – The Darkest Place I’ve Ever Been
Absolutes Banger-Album! Hier kommt keine Langeweile auf. Die Platte zeigt die Franzosen von ihrer bisher besten Seite. Ob „Creature“ oder „Sulfur“ – hier reiht sich Hit an Hit, was für ordentliche Mosh-Qualitäten sorgt.
3) Orbit Culture – Death Above Life
Wucht und Wut sind zwei Wörter, die perfekt zu einer Metal-Platte passen. Nach dem Stilwechsel wurden Orbit Culture für mich 2025 noch zugänglicher als ohnehin schon und schafften es hiermit sogar in meine Top 5! Neuorientierung zahlt sich manchmal eben aus – ich bin extrem gespannt auf die nächste Tour!
4) Rise Of The Northstar – CHAPTER 04: RED FALCON SUPER BATTLE! NEO PARIS WAR!!
So bescheuert der Name, so gut das Album! Dass ROTN jemals ein schlechtes Album droppen würden, war eigentlich schon immer ausgeschlossen. Dass sie es mit Album Nummer 4 jedoch schaffen, gefühlt all ihre bisherigen Hits in den Schatten zu stellen, stand nicht auf meiner Bingo-Karte für 2025. Fans werden dieses Album lieben und Kritiker müssen es wohl oder übel als „gut“ akzeptieren!
5) Lorna Shore – I Feel the Everblack Festering Within Me
Was sich mit den letzten EPs bereits abzeichnete, festigte sich mit diesem Album: Lorna Shore haben den Deathcore 2025 absolut arenatauglich gemacht. Von quasi null auf hundert begeisterte uns schon die „Pain Remains“-Trilogie, und das neue Album macht genau dort weiter. Sie spielen klar auf Nummer sicher, bleiben dabei aber so vielseitig und facettenreich wie in den letzten Jahren. Fans kommen um dieses Album nicht herum!


