Live Review: Heimspiel in Hannover – Fury in the Slaughterhouse feiern ihr Album-Release auf der Gilde Parkbühne

Es gibt Konzerte und es gibt Abende, die sich eher wie ein großes Klassentreffen anfühlen. Das Album-Release-Konzert von Fury in the Slaughterhouse auf der Gilde Parkbühne gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. Heimspiel eben. Eine Band, die seit Jahrzehnten zur DNA Hannovers gehört, ein Publikum aus mehreren Generationen und ein neues Album im Gepäck.

Schon vor dem ersten Ton lag diese besondere Stimmung über der Parkbühne. Alte Tourshirts trafen auf junge Fans, die Fury erst in den vergangenen Jahren für sich entdeckt haben. Kaum war die Band auf der Bühne, war klar: Das wird kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Abend der wie das Album, für Veränderung steht 

Im Mittelpunkt standen selbstverständlich die Songs des am selben Tag veröffentlichten neuen Albums „Changes«. Mutig, denn ein komplettes Set neuer Stücke kann ein Publikum auch mal auf die Probe stellen. Fury schafften jedoch den Spagat zwischen Neugier und Vertrautheit. Die neuen Songs wirkten live deutlich direkter als auf Platte, mit satten Gitarren, eingängigen Refrains und genau der Mischung aus Melancholie und Optimismus, die die Band seit jeher auszeichnet. 

Zwischen den neuen Titeln blieb natürlich genügend Platz für die Klassiker. Spätestens bei „Time To Wonder“ undWon’t forget These days“ verwandelte sich die Parkbühne in einen riesigen Chor. Hier zeigte sich, warum Fury bis heute zu den stärksten Livebands des Landes gehören: Die Songs altern kaum, sie bekommen mit jedem Jahr eine neue Bedeutung. Passend dazu erklärte die Band auch, warum das neue Album Changes heißt: Weil die Welt gerade nach Veränderung greift. Eine einfache, aber treffende Aussage, die den Nerv der Zeit trifft und sich wie ein roter Faden durch die neuen Songs zieht.

Auch auf der Bühne wirkte alles angenehm ungekünstelt. Keine übertriebene Show, keine Effekthascherei. Stattdessen sechs Musiker, die sichtbar Spaß daran haben, gemeinsam Musik zu machen. Zwischen den Songs gab es kleine Anekdoten, ein paar trockene Kommentare und immer wieder den Verweis darauf, wie besonders ein Album-Release vor heimischem Publikum ist.

Fury in the Slaughterhouse haben in Hannover nicht einfach nur ihr neues Album vorgestellt. Sie haben gezeigt, dass sie auch nach fast vier Jahrzehnten noch mehr als relevant sind und das ohne ihre Wurzeln zu vergessen.

Fotocredit:
Jonah Voigt