Avralize – LIMINAL

Wenn aktuell eine Band Metalcore neudefiniert, dann ist das Avralize – mit ihrem unverkennbaren Sound ist die noch junge Band mit ihrem Debütalbum «FREAKS» im vergangenen Jahr richtig durchgestartet: Support für Unprocessed und TBS, etliche Festivalauftritte und nach langem Warten steht dann auch die erste eigene Headliner-Tour im November/Dezember 2025 an.

Bereits vor Release der neuen Platte «Liminal» versorgten uns die Jungs mit sieben Singles. Damit haben sie bewiesen, dass Avralize keine Eintagsfliege ist, sondern gekommen ist, um zu bleiben. Die Vorfreude auf das neue, zweite Album der Band ist dementsprechend groß.

Avralize – außergewöhnlich, authentisch, aggressiv

Das Album startet mit dem Song medicine – einer bereits bekannten Single. Das ist allerdings absolut nichts schlechtes, denn medicine holt einen sofort ab. Mit dem typischen Avralize-Sound – groovy, dancy und einfach gute Laune verbreitend – ist er der perfekte Opener von liminal.

Weiter geht es mit nothing here feels real, einem Interlude, welches mehr an eine Werbung erinnert, als an einen passenden Zwischentrack für ein Metalalbum.

Nach der kurzen Irritation geht’s direkt weiter mit wanderlust, bei dem man nicht still stehen bleiben kann. Lyrisch behandelt der Song ein ähnliches Thema – nie still stehen zu können, immer etwas machen zu müssen. Auch dieser kam in der Vergangenheit gut bei den Fans an.

Mit open spaces teilen Avralize nochmal ein Interlude mit uns. Dieser erinnert anfangs etwas an die Serie «Stranger Things», leitet dann aber gelungen in den nächsten Song close to you über. Hierbei zeigen uns die Newcomer aus Baden-Württemberg, dass sie einen nicht nur mit energiegeladenen Songs catchen, sondern sie auch ruhig können.

Mit dem sechsten Song cyanide gibt es auch endlich einen bisher unveröffentlichten Song auf die Ohren. Schon beim ersten Mal hören ist klar: Das ist ein Banger! Prägnante Gitarren, fesselnde Drums und auch gesangstechnisch stimmt alles. Auffällig ist, dass sich Avralize hier teilweise von Unprocessed inspirieren lassen und lässt ihn schon fast nach einen Feature klingen.

Die Hälfte des Albums läutet childhood ein, allerdings handelt es sich mal wieder im ein Interlude, was dem Album leider nicht viel an Mehrwert bereitet. Mit dem Titeltrack liminal hat Avralize einen Song kreiert, der zwischen packend-aggressiv und melodisch-ruhig immer wieder switcht.

Kaum hat man liminal verarbeitet, reißt einen auch schon bite my tongue direkt wieder mit: typisch Avralize ohne sich zu wiederholen – ein Volltreffer! Helium folgt drarauf und ist explosiv – wuchtig – brachial, aber mit Refrain der zum Mitsingen einlädt. Spinning round and round ist das vierte Interlude des Albums und auch dieses hätte es nicht gebraucht.

Aber was das Album definitiv gebraucht hat, ist upside down! Der erste veröffentlichte Song, der bereits im September 2024 erschien, ist auch ein Jahr später noch immer ein Highlight. Like a boomerang reiht sich perfekt in die Vorgängern ein – leichter Sound bis die Drums und Gitarren einsetzen – sehr atmosphärisch, und ein klarer Gewinn fürs Album.

Das Ende läutet fading faster ein und rundet liminal nochmal perfekt ab.

Fazit: Avralize öffnen neue Türen und reißen alte ein

Avralize schafft es immer wieder sich selbst zu übertreffen. Mit ihrem Modern Metalcore Sound ist liminal auf jeden Fall eins der Highlight-Alben aus 2025. Als einzigen Kritikpunkt ist anzumerken, dass die Interludes größtenteils eher stören als dass sie das Gesamte abrunden.

Trotzdem: das Album macht Spaß, ist catchy und lässt niemanden ruhig stehen.
Die Jungs bleiben ihrem Sound treu, Ohne sich zu wiederholen. Es werden immer wieder kleine Highlightelemente in die Songs eingebaut, die das Album nochmal auf eine ganz andere Weise spannend und abwechslungsreich halten.

Avralize – liminal

Score

81%
Avralize öffnen neue Türen und reißen alte ein – mit zu vielen Interludes