ACCVSED – Dealers of Doom

Die Wiesbadener ACCVSED haben mit ihrem Debütalbum Dealers of Doom einen der beeindruckendsten Erstlinge des Jahres abgeliefert. Nur vier Jahre nach ihrer Gründung und nach der vielbeachteten EP House of Doubt (2023) beweisen die Jungs, dass sie nicht nur lokal etwas zu melden haben, sondern international mit den Großen des Genres mithalten können. Das Album klingt wie eine Mischung aus Slipknot-Aggression, Architects-Progression und Bring Me The Horizon-Hooks – aber mit einer eigenen, unverwechselbaren Identität.

Wo der Hammer fällt

Schon der Opener Day of the Locust macht klar: Hier gibt’s kein Pardon. Djentige Riffs treffen auf Breakdowns, die wie ein Vorschlaghammer wirken. Der Titeltrack Dealers of Doom geht noch einen Schritt weiter – ein brutaler, fast schon Slipknot-hafter Knüppel, der live garantiert für Chaos sorgen wird. Doch das wahre Juwel ist Don’t Let Me Fall Apart: Ein perfekter Mix aus Ohrwurm-Refrain, druckvollen Gitarren und einer emotionalen Tiefe, die unter die Haut geht.

Wer es progressiver mag, wird Total Eclipse of Self lieben – ein Song, der zeigt, dass ACCVSED mehr können als nur zerstörerischen Metalcore. Killer of Minds dagegen ist eine reine Live-Hymne, während Avoider beweist, dass die Band auch BMTH-artige Hits schreiben kann, ohne dabei ihre Härte zu verlieren.

Experimente & Emotionen

Besonders mutig: Make Sure It Hurts. Der ruhigere Track bricht das Tempo, ohne an Intensität einzubüßen, und zeigt eine Seite von ACCVSED, die man so nicht erwartet hätte. Senescence dagegen ist ein Architects-Würgetanz mit modernen Produktionstricks, und Never Enough liefert einen der brutalsten Breakdowns des Albums. Der Abschluss Obsidian rundet alles perfekt ab – kein klassischer «Outro-Song», sondern ein vollwertiger Track, der das Album würdevoll zu Ende bringt.

Fazit: Ein Debüt, das Maßstäbe setzt

Dealers of Doom ist kein Album für Zwischendurch – es ist eine gnadenlose, schonungslose Reise durch Wut, Angst und Katharsis. ACCVSED haben hier nicht nur bewiesen, dass sie handwerklich top sind, sondern auch, dass sie eine eigene Stimme im Metalcore haben. Wer House of Doubt mochte, wird begeistert sein – und wer die Band noch nicht kennt, sollte schleunigst etwas nachholen.

ACCVSED – Dealers of Doom

Score

90%
Starkes Debüt, welches ein ordentliches Fundament legt. ACCVSED gehören schon jetzt zum Durchstarter des Jahres.
Fotocredit: