Gemeinsam mit 75.000 Besucher:innen ging es vom 20.06. bis zum 23.06. zum Hurricane Festival in das niedersächsische Scheeßel. Eröffnet wurde dieses, wie auch im vergangenen Jahr, von dem Kiezchor Hansemädchen. Der Chor besteht aus mehr als 80 Frauen zwischen 25 und 45 Jahren, welche am liebsten mit dem Publikum Rockklassiker der 80er, Chartstürmer der 90er und auch Popsongs der 2000er sangen. 

Freitag geht es traditionell weiter und das #Hurricaneswimteam eröffnet um 15 Uhr auf der Forest Stage und brachte die Leute in Stimmung. Mit Songs passend zum Festival wurde die Menge eingeheizt. Bereits um 16:30 Uhr war der ganze Platz vor der River Stage voll mit Besucher:innen welche auf Ski Aggu warteten. Mit Songs wie „Friesenjung“ und „Party Sahne“ brachte er den Platz zum springen und tanzen. Weiter ging es auf der Forest Stage für alle Rock- Fans mit The Gaslight Anthem.

Mit Silverstein ging es auf der Mountain Stage weiter. Die in den 2000er gegründete kanadische Post- Hardcore- Band legte ihren Zuhörer*innen ihre Gefühlswelt offen. Gegen 19 Uhr zeigte das bisher gute Wetter das wir auf dem Hurricane sind und machte dem Namen aller Ehre. In 90 Minuten kam ungefähr alles das runter, was in der letzten Woche nicht mehr rauskam. Dies sorgte dafür, dass _The Kooks_ aufgrund der nassen Technik und der gesamten River Stage keine Chance hatte aufzutreten. Die bereits wartende Menge lies sich teilweise den Spaß aber nicht nehmen.  Passend zu Tik-Tok Star Ayliva war die River Stage samt Technik wieder freigegeben und konnte das, zu dem Zeitpunkt junge Publikum, mit ihrer Stimme und den tiefgründigen Texten. In diesen verarbeitet die Künstlerin ihre vergangenen toxischen Beziehungen und spricht offen über ihre Depression. Bei Rapper Marsimoto ging es mit extrem viel grünem Rauch und Bengalos im Publikum weiter. Vor einem Jahr war er als Marteria als Headliner zu Gast beim Hurricane Festival und dieses mal beendete Marsimoto den Auftritt mit den Worten, das es sein letzter Song auf diesem Festival ist, da die Karriere  hier ihr Ende findet. 

Gefühlsvoller ging es hingegen bei dem Britischen Singer-Songwriter Ed Sheeran auf der Forest Stage weiter. Er spielte Songs wie „Perfect“, „Photograph“ und „Thinking out loud“. Die Crowd wurde zu einem wunderschönen Lichtermeer und wurde verzaubert von den Live aufgenommenen Tönen, die seine Stimme untermalten. Der Tag wurde beendet von Kontra K welcher zu Beginn des Auftritts mit Hilfe von Seilen aus seinem Bühnenbild auf die Bühne geflogen kam. Zur Freude der Menge kam Special-Guest Nico Santos zum gemeinsamen Song „Die Sonne“ mit auf die Bühne. 

Eröffnet wurde der Samstag wie gewohnt früh, so ging es bereits um 11 Uhr zu El Hotzo zu einer Vorlesung im weißen Zelt. Die vorher aufgestellten Stühle reichten für die, doch zahlreichen, Besucher nicht aus und es wurde schnell improvisiert und gestanden. Musikalisch wurde der Tag von den Sea Girls auf der Forest Stage gestartet. Alice Merton verzauberte die River Stage und Simple Plan durfte auf der Forest Stage ran, ehe diese von den Leoniden komplett eingenommen wurde. Gitarrist Lennart Eicke lies seine Gitarre wild um seinen Hals wirbeln. Ein zwischenzeitlicher Snack durfte auf der Bühne auch nicht fehlen also wurden, einem Instagram Reel zufolge, kurz Kartoffeln auf der Bühne zubereitet. Die Indie-Rock-Band sorgte für ausgelassen, gute Stimmung.

Zu der flippigen Show der Leoniden konnte man auf der River Stage das komplette Gegenteil spüren. Hier war Tom Odell zu Gast, welcher mit einem Klavier und seiner wunderschönen Stimme das Publikum verzauberte. Begleitet durch Geigen und Blasinstrumenten spielte er unter anderem seinem Megahit „Another Love“. Ganz schön voll wurde es dann bei Paula Hartmann auf der Mountain Stage. Die Hamburgerin konnte selber kaum fassen, wie viele Leute ihre Show sehen wollten. Die Sängerin spielte einen perfekten Mix aus ihren zwei bisher veröffentlichten Alben und begeisterte das Publikum mit ihrer überwältigten Art und Weise. Nach einer kurzen Pause kam Paula Hartmann dann wieder auf die Bühne. Dieses mal wurde sie jedoch von T-Low begleitet, welcher den Song „Sag was“ mit ihr performte. 

Ein Auftritt auf den viele gewartet haben war dann wahrscheinlich Avril Lavigne. Die Headlinerin aus den USA sorgte mit ihren Megahits „Sk8ter Boi“ und „Complicated“ für den nötigen Nostalgiefaktor. In den sozialen Medien musste musste die 39-jährige jedoch jede Menge Kritik einstecken nach ihrem Auftritt. Aufgrund von Soundproblemen konnte man sie in den hinteren Reihen kaum verstehen, beschweren sich die Besucher:innen. Neben dem Ton war auf die Lustlosigkeit, die Avril Lavigne ausstrahlte ein Kritikpunkt. Nach wenigen Minuten machten sich die ersten dann auf den Weg zur nächsten Bühne wo ein weiterer Headliner in den Startlöchern stand.

Wo bei der River Stage der leise Ton gerade ein Problem war, zeigte die Forest Stage das es eben auch andersrum geht. Bei den ersten Tönen von KIZ dröhnte der Bass extrem laut aus den Lautsprechern. Dies hatte zufolge dass in den ersten Songs vermehrt Leute aus dem ersten Wellenbrecher gezogen wurden und damit die erste Reihe verlassen mussten. Neben Klassikern wie „Ein Affe und ein Pferd“ und „Urlaub fürs Gehirn“ wurden auch Songs von dem neuen Album „Görlitzer Park“ gespielt. Ein kleiner Ausflug auf eine B-Stage die in Mitten der Wellenbrecher stand sorgte für Begeisterung im Publikum. Abschließend für den Abend ging es dann nochmal weiter zu Sido. Bereits im vierten Song flogen bei „Fuffies im Club“ schon Papierscheine durch die Luft. Mit Leichtigkeit und einer Menge Bühnenerfahrung sorgte der Berliner für gute Stimmung und einen abgerundeten Abschluss des Samstags. 

Nach dem sich das Wetter vom Freitag erholt hat ist das Gelände wieder fast komplett getrocknet und die nächste Nacht im Zelt war dementsprechend angenehmer. Am Sonntagmorgen war dann teilweise Aufbruchstimmung und die ersten fingen an ihre Sachen vom Zelt in die Autos zu bringen . Die ersten Camps wurden langsam abgebaut. Auf dem Infield ging es ab 12 Uhr mit dem amerikanischen Alternative-Duo Missio weiter. Freitag gab es heftige Regenschauer, Samstag war es warm aber gut aushaltbar, also war die logische Konsequenz das es den Sonntag nochmal richtig warm wurde. Um 13:30 auf der River Stage bei der deutschen Popkünstlerin Paula Carolina wurde es immer wärmer und die ersten Gäste plagten über Kreislaufbeschwerden. Als Feine Sahne Fischfilet um 16:00 auf der Forest Stage anfing Bier durch die Menge zu werfen war vermutlich das schlimmste schon überstanden. Dennoch war es nach wie vor warm und so luden Roy Bianco & die Abbrunzati Boys dazu ein dem Sommer einen italienischen Hauch zu verpassen. Von italienischem Schlager ging es dann rüber auf die Mountain Stage wo $oho Bani nach seinem EM-Hit mit Herbert Grönemeyer die Menge mit deutschem Rap zum beben brachte.

Zeitgleich mit $oho Bani sorgte Sum 41 auf der Forest Stage mit Punkrock für gute Stimmung. Giant Rooks beschallte die River Stage bevor The Offspring mit Punkrock auf der Forest Stage weitermachte. Rap Fans kamen bei der Mountain Stage auf ihre Kosten mit dem Rapper Pashanim. Schließlich kam es zu den Highlights am Sonntag und Deichkind zerrte die Menschenmasse vor die River Stage bevor Bring me the Horizon den Abschluss auf der Forest Stage machte und damit das diesjährige Hurricane Festival beendete. 

Für Hurricane Fans und alle die es noch werden wollen gibt es jedoch direkt die Chance sich auf 2025 zu freuen. Im nächsten Jahr finden die Schwesterfestivals vom 20. – 22. Juni 2025 statt. Der Vorverkauf für das Hurricane ist HIER zu finden.

Fotos: Hauke Arends

Hauke

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Ich verbringe meine Zeit am liebsten auf Konzerten. Da gerne im Moshpit, aber am liebsten im Fotograben um die besten Momente und Augenblicke einzufangen und festzuhalten!